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Starke Eintracht belohnt sich nicht

Samstag, 24. Oktober 2026 · 14:00 UhrRegionalliga Nord, 15. Spieltag

Schiedsrichter: Bela BendowskiLinienrichter: Jan Mika Kröhnert, Andre Heinrich

Zuschauer: 319

90

Spielbericht vom 24. Oktober 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Im Vorfeld hätte kaum einer auf unsere Mannschaft gesetzt, zu deutlich waren die Vorzeichen. Auf der einen Seite die Mannschaft der Stunde mit fünf Siegen in Folge, auf der anderen Seite unsere Elf, die auf 14 Spieler verzichten musste, zwei Torhüter und drei U19-Spieler auf der Bank hatte und trotzdem den Kader nicht vollmachen konnte.

    Doch was auf dem Rasen passierte, erstaunte nicht nur die Zuschauer, auch die Mannschaft von Hannover 96s U23 wusste zunächst viel damit anzufangen. Ezra Ampofo und Ediz Eroglu als Doppelspitze, Leon Pesch im zentralen Mittelfeld und dazu eine Mannschaft, die zu jeder Zeit das Selbstbewusstsein versprühte, aus Hannover etwas mitnehmen zu wollen. „Die Trainer haben unter der Woche einen sehr guten Job gemacht, uns im Training immer wieder Mut zu gesprochen. Auch unser sportlicher Leiter hat vorm Spiel gesagt, dass wir uns hier nicht verstecken sollen, dass wir mutig sein sollen“, erklärte Kapitän Moritz Frahm.

    Umso ärgerlicher, dass Hannover in eine starke Norderstedter Phase durch Noah Engebreth (17.) in Führung ging und Taycan Etcibasi nur zwei Minuten, nachdem ein elfmeterreifes Foul an Milad Nejad nicht geahndet wurde, auf 2:0 erhöhen konnte (37.). Doch davon zeigte sich unsere Mannschaft nicht geschockt, wiederum nur zwei Zeigerumdrehungen später köpfte Dane Kummerfeld einen Eckball von Milad Nejad zum 2:1-Anschlusstreffer unter die Latte (39.).

    Die Jungs hatten nun Blut geleckt, kamen angriffslustig aus der Kabine und belohnten sich. Ein weiterer von zahlreichen Nejad-Eckbällen fand im Zentrum Ediz Eroglu, der nach vier Wochen Verletzungspause zum ersten Mal überhaupt in der Startelf stand und im Getümmel zum Ausgleich traf (55.).

    Im weiteren Verlauf der Partie wurden alle drei mitgereisten U19-Spieler eingewechselt (Jason Kalb für Dane Kummerfeld (70.), Arvin Aghamohammadi für Ezra Ampofo (75.), Almir Kasami für Endrik Jaschan (86.)) und wurden so Zeuge einer hochinteressanten Schlussphase. Einen Fehler im Norderstedter Aufbauspiel nutzte Rafael Martins Marques zum 3:2 für Hannover (77.), ehe Tim van den Heuvel mit einem Foulelfmeter den Deckel drauf machte (90.+1) – dachten zumindest die meisten, doch Milad Nejad hatte andere Pläne, hatte vor dem Strafraum zu viel Platz und verkürzte mit einem platzierten Flachschuss noch einmal auf 3:4 (90.+5). Der Treffer kam jedoch zu spät, der Ausgleich wollte nicht mehr gelingen.

    „Wir wollten maximal unangenehm sein und intensiv bleiben, solange es geht. Wir wollen unserem Spiel treu bleiben und uns nicht hinten einigeln“, gab Trainer Özden Kocadal die Marschrote aus. „Das ist uns über weite Strecken des Spiels gut gelungen. Da ist es sehr bitter, dass wir das Spiel eigentlich nach drei Standard-Situationen verlieren.“

    „Ich glaube, wir haben Hannover mit unserem Auftritt auch überrascht. Wir können stolz auf das sein, was wir gezeigt haben, aber natürlich nicht zufrieden“, fasste Frahm zusammen. In der Tat gebührt unserer Mannschaft allerhöchster Respekt dafür, wie sie die Situation annehmen, für die Leidenschaft und den Willen, den man heute in Hannover an den Tag gelegt hat und einem Top-Team der Liga auf Augenhöhe begegnet ist und damit die Schlussfolgerung erlaubt sein darf: Egal, wie viele Spieler ausfallen, wenn wir elf Jungs zusammen bekommen, können wir mit jedem Team mithalten.

    Nichtsdestotrotz wäre es schön, wenn der ein oder andere Spieler in Kürze zurückkommt. Idealerweise schon am Mittwoch, wenn wir im Pokal bei Nikola Tesla zu Gast sein werden (19.00 Uhr, Sportplatz Vorhornweg).