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Dezimierte Eintracht überzeugt in Jeddeloh

Samstag, 26. September 2026 · 15:00 UhrRegionalliga Nord, 11. Spieltag

Schiedsrichter: Jan-Lukas MeyerLinienrichter: Jens Eisenbach, Dr. Joshua Lommes

Zuschauer: 515

90

Doppelte Doppelpacks von Krüger und Camacho

Spielbericht vom 27. September 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Völlig verrückt und unberechenbar – Herzlich Willkommen in der Regionalliga Nord 2026/2027. Am Samstag konnten auch wir ein Kapitel hinzufügen. Nach nur einem Punkt und 5:13 Toren in den letzten drei Spielen und ohne 14 (!) verletzte oder erkrakte Spieler fuhren wir nicht unbedingt als Favorit zum SSV Jeddeloh (zuletzt 5:0 gegen Atlas Delmenhorst, 3:1 beim VfB Oldenburg) – und kehren mit einem 4:0-Sieg zurück nach Norderstedt, den selbst die kühnsten Optimisten so nicht erwartet hätten. 

    Zumal die aktuelle Personalsituation dazu führte, dass in der Schlussphase mit den A-Jugendlichen Noah Boyce und Samuel Oppong Oware sogar zwei 17jährige auf dem Platz standen. Doch trotz allem jammert unser Trainer Özden Kocadal nicht über die personelle Misere, sondern weist immer wieder daraufhin, dass der gesamte Kader eine hohe Qualität mitbringt und er allen Spielern vertraut. Und die bestätigten die Worte ihres Trainers in Jeddeloh eindrucksvoll.

    "Ich muss der gesamten Mannschaft ein richtig großes Kompliment aussprechen, weil sie im Gegensatz zum Werder Bremen unseren Plan heute von Anfang bis Ende durchgespielt hat. Wir sind sehr glücklich, auf diese Art und Weise gewonnen zu haben." Allen voran der 19jährige Henrik Lauterbach, der sich nach dem Sprung aus dem Jugend- in den Herrenbereich im Sommer schneller als gedacht akklimatisiert, bereits das dritte Mal in Folge über 90 Minuten spielte und von Spiel zu Spiel stärker wird, obwohl er statt in der Innenverteidigung im defensiven Mittelfeld zum Einsatz kommt. Aber auch Kapitän Moritz Frahm nähert sich nach seiner langen Verletzungspause immer schneller seiner Top-Form und bildete mit Fabian Grau ein starkes Abwehr-Bollwerk. "Die drei Jungs waren wirklich überragend, unter anderem ihnen haben wir es zu verdanken, dass wir zu null gewonnen haben."

    Zudem zeigte man sich in der Offensive brutal effektiv. Es waren gerade einmal sieben Minuten gespielt, als Dane Kummerfeld aus dem linken Halbfeld eine Flanke in die Mitte schlug, wo Lukas Krüger in den Ball hechtete und zur frühen Führung einköpfte. Milad Nejad hätte sogar für das 2:0 sorgen können, als er einen Pass von Henrik Lauterbach einschoss, dem Treffer wurde aber auf Grund einer Abseitsstellung, die auch in den TV-Bildern nicht aufzulösen war, die Anerkennung verweigert. Eintracht blieb weiter gefährlich. Milad Nejads Abschluss faustete Torhüter Moritz Onken direkt auf den Kopf von Ezra Ampofo, SSV-Kapitän Gazi Siala rettete auf der Linke (25.), von Aschwege rettete gegen Lauterbach (27.). Die Gastgeber hatten die beste Möglichkeit durch einen Freistoß von Robin Krolikowski, der ans Außennetz ging - Malte Brüning im Eintracht-Tor wäre allerdings auch zur Stelle gewesen (34.).

    Auch der zweite Durchgang begann im Norderstedter Sinne: Milad Nejad steckte auf Lukas Krüger durch, der den Doppelpack zum 2:0 schnürte (48.). Nun wurde Jeddeloh deutlich stärker und verzeichnete durch Niklas von Aschwege eine gute Möglichkeit, der aber über das Tor köpfte (50.).

    Nach 54 Minuten kam Youngter Noah Boyce auf der linken Seite zu seinem Regionalliga-Debüt, der 17jährige ersetzte den gelb-rot gefährdeten Jesse Osei - und lieferte eine Leistung ab, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Doch noch gab sich Jeddeloh nicht auf, ein Freistoß von Tim Janßen verpasste knapp das Ziel (59.), Ezra Ampofo rettete bärenstark bei einem Jeddeloher Konter gegen Tom Kanowski (63.). Die Reaktion war bezeichnend für das heutige Spiel: Ampofo ballte die Faust, pushte sich, seine Mitspieler stürmten zu ihm und beglückwünschten ihn zu dieser Rettungstat als hätte er ein Tor geschossen. Mit ungeheurer Energie und Leidenschaft hielt man die Gastgeber vom Tor weg, die vorne nicht das richtige Mittel gegen unsere Defensive fanden.

    Wie es geht, zeigte der fünf Minuten zuvor eingewechselte Lucas Camacho, der eine Hereingabe von Ezra Ampofo am langen Pfosten zum 3:0 ins SSV-Tor grätschte (74.). Mit einem direkt verwandelten Freistoß setzte Camacho sogar noch einen drauf, sorgte für den 4:0-Endstand (84.). Eine wirklich tolle Leistung unserer Mannschaft in allen Bereichen – wir können nur den Hut davor ziehen, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen und das Wochenende nun als Tabellenneunter beenden.

    "Die Mannschaft hat heute ihr Potenzial abgerufen und den verdienten Sieg herausgespielt. Sie haben ihr Potenzial gezeigt, nun werden sie auch daran gemessen. Wir müssen nun weiter versuchen das konstant auf die Platte zu bringen, nicht nur über 35 oder 45 Minuten. Wir wissen aber natürlich, dass das nicht von heute auf morgen geht, weil wir natürlich auch wissen, dass wir gerade richtig Aderlass und heute vier U19 Spieler dabei hatten, von denen drei gespielt haben. Vor dem Hintergrund haben wir aus der Not eine Tugend gemacht. Ich bin sehr stolt darauf, was wir als Mannschaft und Verein gerade entwickeln. Wenn die Entwicklung kontinuierlich so weitergeht, werden wir alle zusammen viel Spaß in Norderstedt haben", so Kocadal.

    Am Besten bereits am kommenden Samstag. Dann ist ab 14.00 Uhr der Bremer SV zu Gast in Norderstedt.