Schmaler Grat zwischen Sieg und Niederlage

Schiedsrichter: Felix MutzLinienrichter: Silas Dickmann, Aaron Richter
Zuschauer: 415
Spielbericht vom 21. September 2026
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Nach gutem Saisonstart liefen die letzten Tage nicht unbedingt in unserem Sinne. Zwar begannen wir gegen Werder Bremens U23, die mit Unterstützung der Profis Salim Musah, Skelly Alvero und Paul Erevbenagie nach Norderstedt kamen gut und gingen durch Ezra Ampofo nach elf Minuten in Führung, doch dann „kam ein unerklärlicher Bruch. Ich habe keine Erklärung dafür, die Mannschaft auch nicht“, gestand der enttäuschte Trainer Özden Kocadal. „Wir sind zu lethargisch, haben keinen Balldruck, weichen zurück und reagieren, statt zu agieren.“
Nur zu reagieren ist gegen eine NLZ-Mannschaft gefährlich. Und so übernahm Bremen die Spielkontrolle, schickte immer wieder ihre schnellen Offensivkräfte in die Schnittstelle. Insbesondere Erevbenagie war immer wieder an gefährlichen Situationen beteiligt, doch gemeinsam im Abwehrverbund gemeinsam mit Torhüter Malte Brüning bekamen wir es gut wegverteidigt, so dass ein Standard für die Gäste herhalten musste. Erevbenagie zog aus 20 Metern ab, Fabian Grau drehte sich noch weg, bekam den Ball dabei aber an den Arm – Freistoß wenige Zentimeter vor der Strafraumgrenze. Eine harte, aber wohl vertretbare Entscheidung. Bitter für Grau, der vor einer Woche im Spiel gegen den FC St. Pauli einen Handelfmeter gegen sich gepfiffen bekam, ohne mit der Hand am Ball gewesen zu sein. Arian Römers verwandelte den Freistoß direkt zum 1:1 (15.).
Während die Aktion noch vertretbar schien, war es das zehn Minute später nicht mehr, nachdem Profi-Leihgabe Skelly Alvero im Duell mit Milad Nejad zu Boden ging und der Schiedsrichter direkt auf den Punkt zeigte. „Der Elfmeter war für mich kein Elfmeter. Für mich unbeschreiblich, warum das gepfiffen wird“, konstatierte Kocadal. Die TV-Bilder gaben ihm recht, Nejad spielte den Ball, Eckball wäre die richtige Entscheidung gewesen. Salim Musah verlud Malte Brüning und brachte Bremen mit 2:1 in Führung (25.). Das war auch gleichzeitig der Pausenstand.
„Wie wir die Tore fressen, tut ganz schön weh. Das ist auch für die Mannschaft richtig hart, weil wir uns unsere Tore hart erarbeiten und erspielen müssen, die Gegentore fühlen sich dagegen an, als müsste sich der Gegner dafür nicht mal richtig strecken. Die Leichtigkeit fehlt uns gerade“, so Kocadal.
„Wir wollten im zweiten Durchgang den Gegner mehr stören, ihn mehr zu Fehlern zwingen. Das hat die Mannschaft auch gut gemacht, wir sind sehr gut in die zweite Halbzeit gekommen.“ Doch dann brach Bremen mit einem Doppelpass auf der linken Seite durch, Erevbenagie legte zurück auf Römers, der sein zweites Tor erzielte (64.).
Doch wir gaben uns noch nicht geschlagen. Ampofo wurde von Grau die Linie runtergeschickt und legte im Strafraum quer auf den eingewechselten Lucas Camacho, der aus 12 Metern auf 2:3 verkürzte (73.). Plötzlich waren die Zuschauer wieder da, plötzlich war unsere Mannschaft wieder da und schnupperte am Ausgleich. Milad Nejad nagelte die Kugel aus 16 Metern an die Unterkante der Latte, von wo der Ball auf die Torlinie sprang, aber wohl nicht im vollen Umfang dahinter (75.). „Sieg und Niederlage sind bei uns momentan auf einem extrem schmalen Grat, es fühlt sich an wie ein Münzwurf, wer das Spiel gewinnt oder nicht. Aktuell kippt es leider nicht auf unsere Seite.“ Denn mitten in den Angriffsschwung und die aufkeimende Hoffnung mißlang unsere Abwehrfalle, Endrik Jaschan sah sich drei Bremern gegenüber, die sich diese Chance auf dem Silbertablett nicht entgehen ließen, Jakob Wiehe traf zum 4:2 (77.). Jannes Ossadnik traf nach feinem Pass von Darwin Soylu sogar noch zum 5:2, nachdem er auf der linken Angriffsseite zu viel Platz hatte (80.).
Auf der positiven Seite bleibt zu vermelden, dass Arvin Aghamohammadi aus unserer U19 sein zwanzigminütiges Regionalliga-Debüt feierte und dabei ähnlich wie am Mittwoch sein Mannschaftskollegen Samuel Oware einen guten Eindruck hinterließ. „Sie haben richtig gut geackert, sich richtig reingeworfen, die Jungs machen das prima“, lobte der Trainer.
Für unser Trainerteam wird es in der kommenden Woche darum gehen, die richtige Dosierung zu finden. Mit aktuell weiterhin nur 13 fitten Feldspielern bleiben die Rotationsmöglichkeiten übersichtlich, was die Sache nach den intensiven letzten Wochen nicht einfacher macht.
Weiter geht es für uns am Samstag in Jeddeloh, die nach schwachem Saisonstart die letzten beiden Spiele gewannen und aktuell im Aufwind sind.
Fotos: Alexander Koltermann
































