Zum Hauptinhalt springen

Drama mit Last-Minute-Happy End

Mittwoch, 16. September 2026 · 18:30 UhrRegionalliga Nord, 9. Spieltag

Schiedsrichter: Tom HolstenLinienrichter: Bastian Grimmelmann, Jannik Meyer

Zuschauer: 315

90

Spielbericht vom 17. September 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Im Fußball liegen Glück und Leid nahe beieinander“, war die Erleichterung Milad Nejad im Gesicht abzulesen. Am Sonntag im Spiel gegen den FC St. Pauli gab er sich extrem selbstkritisch, war bei einem Gegentor mit in der Verlosung und „hatte zwei Riesenchancen, die nicht reingehen. Da hätte ich noch zehnmal aufs Tor schießen können, der Ball wäre nicht reingegangen.“

    Drei Tage später konnte er sich beim 3:3-Unentschieden gegen den HSC Hannover als „Matchwinner“ fühlen, war mit zwei Toren und einer Vorlage entscheidend am Punktgewinn beteiligt.

    Dabei stand die Aufstellung erst kurz vor dem Spiel fest, nachdem sich noch am Spieltag im Stundentakt Jonas Behounek (Schambeinentzündung), Leon Pesch (Adduktorenprobleme, nachdem er ausgerutscht war) und Manasse Fionouke (Erkältung) abmeldeten. „Nach jedem Anruf haben wir die Aufstellung wieder angepasst“, war das Trainerteam um Özden Kocadal nicht zu beneiden. So standen Youngster Henrik Lauterbach und Neuzugang Jesse Osei erstmals in der Startelf – beide machten ihre Sache klasse und bekamen vom Trainer nach der Partie ein Sonderlob.

    Man muss bedenken, dass wir in dieser Formation noch nie zusammengespielt haben. Aber man hat heute gesehen, dass uns das egal ist. Die Situation mit den vielen Verletzten schweißt uns zusammen“, beschwor Nejad den Teamgeist. Trotz aller Rückschläge arbeitete die Mannschaft leidenschaftlich über die gesamte Spielzeit. Umso schöner, dass man sich Sekunden vor dem Schlusspfiff noch belohnte. Nach einem eigentlich schon geklärten Eckball flankte der eingewechselte Samuel Oppong Oware, Stürmer unserer U19 und erst am Spieltag in den Kader gerutscht, den Ball aus dem Halbfeld nochmal in Richtung Strafraum, wo der ebenfalls eingewechselte Kapitän Moritz Frahm mit dem Kopf auf Nejad querlegte. Den hatten die HSC-Defensive völlig aus den Augen verloren, so dass Nejad aus kurzer Distanz einschieben konnte (90.+4).

    Der frühere HSV-Kapitän war es auch, der das Spiel eröffnete. Eintracht startete mit hohem Pressing – das ging auf. Nejad ging energisch auf HSC-Keeper Bastian Fielsch, luchste ihm den Ball ab und schob zur Führung ins leere Tor ein (7.).

    Nach einer kurzen Orientierungsphase hatte sich der HSC geschüttelt und war zurück im Spiel. Lucas Camacho rutscht auf unserer linken Abwehrseite weg, Evren Serbes hatte freie Bahn um den Ball überlegt ins Zentrum zu passen, wo Nick Bode völlig blank stand und zum Ausgleich einschob (23.). Trotz guter Chancen von Nick Gutmann (17.), Lukas Krüger (21.) und Milad Nejad (44.) ging es mit dem 1:1 in die Pause.

    Direkt nach Wiederanpfiff hatten die Gäste das Spiel gedreht. Evren Serbes wurde nicht richtig gestört und schlenzte den Ball aus 16 Metern zur Hannoveraner Führung ins Netz (47.). Die umgehende Antwort verpasste der zur Halbzeit eingewechselte Luca Palzer, der völlig freistehend nach Zuspiel von Ezra Ampofo den Ball in den Norderstedter Abendhimmel schoss (49.). So mussten wir noch weitere sieben Minuten warten. Dann flankte Milad Nejad den Ball ins Zentrum, der wie immer extrem fleißige Lukas Krüger schraubte sich hoch und köpfte gegen die Bewegung des Torhüters zum 2:2 ein (57.).

    In der Folge hatten wir zahlreiche gute Ansätze, die aber nicht zu mehr führten. Und so kam es, wie es kommen musste: Der eingewechselte Amoro Diedhiou brachte die Gäste erneut in Führung (74.).

    Die Kocadal-Elf stemmte sich gegen die Niederlage, arbeitete weiter nach vorne, doch die Defensive der Gäste stand gut und ließ kaum etwas zu. Zumindest solange, bis die Nachspielzeit anbrach und Milad Nejad seine Leistung mit dem späten Ausgleich krönte.

    So konnte sich unsere Mannschaft für ihren nimmermüden Einsatz erst spät und damit glücklich, aber über 90 Minuten gesehen auch verdient belohnen. Auf Grund des späten Zustandekommens ein gefühlter Sieg für unsere Mannschaft, die bereits am Sonntag gegen die U23 des SV Werder Bremen erneut gefordert ist (14.00 Uhr, Edmund-Plambeck-Stadion).

    Doch wie will man in dieser Woche – es standen gegen den  HSC lediglich drei Torhüter und 13 Feldspieler zur Verfügung, zumindest Endrik Jaschan wird gegen Bremen in die Mannschaft zurückkehren – überhaupt trainieren? „Gar nicht“, so Trainer Kocadal, der seine Spieler in den nächsten Tagen in Watte packen wird. „Wir werden bis dahin nicht trainieren können. Vielleicht am Freitag ein bisschen. Wunden lecken, Regeneration und Pflege stehen im Mittelpunkt.

    Das Video zum Spiel