Mit dem Papst und Dave Ceesay in der Tasche

Schiedsrichter: Leon RöpkeLinienrichter: Maximilian Ernst, Jannik Meyer
Zuschauer: 250
Auswärtssieg beim HSV
Spielbericht vom 30. August 2026
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Nach 89 Minuten explodierten die Emotionen im Stadion Hoheluft. Mitten in die stärkste Phase der gastgebenden U21 des Hamburger SV folgte eine schnelle Umschaltsituation über die linke Norderstedter Angriffsseite. Der Ball landete bei Jonas Behounek, der den besser postierten Nick Gutmann sah. Der hatte freie Bahn und traf mit einem überlegten Flachschuß zum 2:0-Sieg. Alle Spieler eilten umgehend zum Torschützen, sogar Torhüter Dave Ceesay legte einen 100-Meter-Sprint hin, um „Guti“ zu seinem Treffer zu gratulieren.
„Ich freue mich extrem für ihn, der Typ hat eine unfassbare Leidenszeit hinter sich“, huschte auch Trainer Özden Kocadal ein breites Lächeln über das Gesicht über den Treffer, der Gutmann nach seiner langen Verletzungspause sicherlich Auftrieb geben sollte.
Eine unfassbare Leidenszeit hatten die Spieler zwar nicht hinter sich, aber bei dauerndem Regen entwickelte sich zunächst ein Spiel, was in erster Linie von seiner Spannung lebte. Die Hamburger hatten zunächst mehr vom Spiel und auch die erste Möglichkeit, als Mehmet Yildirim freistehend am langen Pfosten den Ball nicht im Tor unterbringen konnte (5.). Auch Eintracht spielte direkt mit, Lucas Camachos Schuss war wenige Zentimeter zu hoch angesetzt (9.). Camacho war es auch, der die größte Chance des ersten Durchgangs hatte – sein Schuss nach Zuspiel von Ezra Ampofo klatsche an den Innenpfosten (14.). Erneut nur fünf Minuten setzte der HSV ein weiteres Highlight: Mehmet Yildirims Direktabnahme flog über das Tor (19.). Kurz vor der Pause hatte Lucas Camacho noch eine Gelegenheit, die der bärenstarke Colin Poppelbaum im HSV-Tor entschärfte (45.).
Nach der Pause gab es ein erkennbar anderes Bild: Nun war unsere Mannschaft am Drücker, auch wenn erneut Mehmet Yildirim die erste HSV-Gelegenheit der zweiten Hälfte hatte, seinen Meister aber im immer stärker werdenden Dave Ceesay fand (51.). Danach legte aber die Kocadal-Elf los. Lucas Camacho schickte über die starke linke Seite Leo Bera, dessen Flanke Ezra Ampofo in die Arme von Torhüter Poppelbaum köpfte (55.). Zwei Minuten später konnte sich Poppelbaum bei einem Schuss von Milad Nejad auszeichnen.
Dann konnten die rund 100 Norderstedter unter den 250 Zuschauern Jubeln: Wieder war es Lucas Camacho, der den Ball auf den langen Pfosten flankte. Dort löste sich Lukas Krüger klug von seinem Gegenspieler, legte mit dem Kopf quer auf Ezra Ampofo, der im Fünf-Meter-Raum sträflichst frei gelassen wurde und die Kugel aus kurzer Distanz in die Maschen schoss (59.).
Eintracht drängte auf das 2:0, doch der frisch eingewechselte Ediz Eroglu scheiterte gleich zwei Mal mit Riesenchance am besten Hamburger, Torhüter Colin Poppelbaum (73./74.)
Für die Hamburger war das offensichtlich das Startzeichen, dass man hier heute durchaus etwas mitnehmen könnte, sie rissen das Kommando wieder an sich. Dave Ceesay reagierte glänzend gegen einen Kopfball von Joonas Frenzel (76.), Manasse Fionouke blockte einen Schuss von Arnaud Riedel (85.) und Ceesay musste gegen Alessandro Puzzo sein gesamtes Können aufbieten.
Auch wenn man sich den Sieg in der Zeit zwischen der 46. und 75. Minuten verdiente, waren die Rothosen dem Ausgleich hier sehr nah, so dass das Ergebnis für Özden Kocadal „mehr oder weniger glücklich zustanden gekommen, vor allem, wenn man die letzten 15 Minuten Revue passieren lässt. Da hatten wir den Papst und auch heute Dave Cesay so ein bisschen in der Tasche. Der hat uns ein, zweimal richtig gut gerettet.“ Umso erleichterter war er, als in der 89. Minute Nick Gutmann den Deckel drauf machte, denn der HSV „war ein sehr unangenehmer Gegner, sehr beweglich, sehr schnell. Ich finde aber, dass meine Mannschaft den Matchplan richtig gut umgesetzt hat. Wir waren konsequent im Torabschluss, konsequent in den Phasen, wo es nach vorne geht, aber eben halt auch konsequent verteidigt. Ich glaube, das war heute der Schlüssel.“ Als ehemaliger Innenverteidiger freute sich Kocadal insbesondere darüber, das hinten die Null stand. "Das hat eine extrem hohe Bedeutung für uns. Wir sind ja nicht blind und sehen, dass wir bislang zu viele Tore kassiert haben."
Hoffen wir mal, dass der Schlüssel auch am kommenden Sonntag passt. Dann ist der VfB Lübeck zu Gast im EPS (14.00 Uhr).
Fotos: Alexander Koltermann







































