Niederlage gegen neuen Tabellenführer

Schiedsrichter: Nils MusekampLinienrichter: Max Wilken, Arne Nibbrig
Zuschauer: 682
Spielbericht vom 23. August 2026
Der Spielbericht wird präsentiert von:
Als Tabellen-Zweiter kam der SC Weiche Flensburg nach Norderstedt, als Tabellenführer fuhr er wieder nach Hause. Dazwischen lag allerdings Schwerstarbeit für die Fördestädter.
Die ließen den Ball gut durch ihre Reihen laufen und zeigten sehr ansehnliches Kombinationsspiel, wirkliche Torgefahr kam zunächst jedoch nicht auf, da unsere Mannschaft stabil stand und leidenschaftlich agierte. Ein Eckball des starken Jonas Behounek landete über Umwege erneut bei unserer 10, der sich den Ball zurechtlegte und mit einem strammen Schuss zur Norderstedter Führung traf (17.).
Fünf Minuten später kamen die Gäste zur ihrer ersten richtigen Torchance, Dane Kummerfeld stand jedoch richtig und köpfte den Kopfball von Kevin Ntika von der Linie. Nur Sekunden später rasselten die beiden Eisenschädel Ntika und Fabian Grau mit den Köpfen zusammen. Nach kurzer Behandlung kehrten beide zunächst aufs Feld zurück, Grau mit einem Turban. Vier Minuten später hatte Theo Behrmann Glück, dass Schiedsrichter Nils Musekamp in der ersten Halbzeit auf beiden Seiten eine sehr großzügige Linie fuhr – anderenfalls wäre es für sein Einsteigen gegen Lucas Camacho vermutlich nicht bei einer gelben Karte geblieben.
Die zweite Chance für die Gäste verzeichnete Erolind Krasniqi, der jedoch an Dave Ceesay scheiterte (30.). Wiederum nur zwei Zeigerumdrehungen später traf Jonas Behounek die Latte! Den folgenden Eckball köpfte Fabian Grau mit seinem Turban aufs Tor, Keeper Seibt hatte den Ball im Nachfassen. Unmittelbar nach dem Kopfball wurde Grau auf Grund seiner Kopfverletzung ausgewechselt und musste mit einer 5 Zentimeter Platzwunde im Krankenhaus genäht werden – Gute Besserung, Fabi! Für ihn kam Kapitän Moritz Frahm bereits früh in die Partie (35.).
Mit einsetzendem Regen wurde Flensburg im zweiten Durchgang zielstrebiger – und kam zum Ausgleich, als Rasmus Tobinski eine Flanke von Ibrahim Ali aus kurzer Distanz einköpfte (51.). Unsere Mannschaft zeigte sich vom Ausgleich unbeeindruckt, scheiterte aber am starken Ronny Seibt im Tor der Gäste, der sich gegen Erjanik Ghubasaryan (53.) und Jonas Behounek auszeichnen konnte (60.), zwischendurch prüfte Ibrahim Ali Dave Ceesay mit einem Flachschuss (60.). Nun war es eine offene Partie, die zu beiden Seiten ausgehen konnte. Ein Freistoß von Dane Kummerfeld aus 30 Metern verfehlte nur knapp den Pfosten (64.). Rasmus Tobinski köpfte knapp am Tor vorbei (67.), Lucas Camacho verpasste eine Flanke von Josh Görtzen um eine Fußspitze (69.).
Von der Hochkarätigkeit der Torchancen lag eine Norderstedter Führung absolut im Bereich des Möglichen, doch dann schlug Flensburg eiskalt zu. Einen Einwurf von der rechten Seite legte Tobinski quer in die Mitte, wo Krasniqi die Aufmerksamkeit auf sich zog, dann aber klug für Ilir Serifi durchließ, der den Ball ins leere Tor schieben konnte (75.). Ediz Eroglu prüfte mit seinem Kopfball noch einmal Seibt (83.), bevor es zu einer ganz strittigen Szene kam, die die Gemüter für die letzten Minuten erhitzte.
Im Mittelfeld setzte sich Theo Behrmann mit ausgestrecktem Arm gegen Lucas Camacho durch, plötzlich hatte Flensburg freie Bahn. Über Behrmann, Krasniqi und Wagner kam der Ball zu Torbinski, der unter den Protesten der Norderstedter Seite, die ein klares Foul an Camacho gesehen hatte, zum 3:1 traf (84.). Zwar versuchten unsere Jungs weiter nach vorne zu spielen, wurden am Ende jedoch zum 1:4 durch Joshua Knowkoma noch eiskalt ausgekontert (90.+2).
Bitter, mit drei Toren Unterschied zu verlieren, denn bis zum 1:2 war es eine offene Partie, in der wir sogar die besseren Torchancen hatten. „Die Niederlage musste weder in der Höhe noch allgemein so sein. Wenn du 4:1 verlierst, ist es natürlich komisch, sich als Trainer hierhin zu stellen und zu sagen, dass du das Spiel nicht hättest verlieren müssen“, sagte Trainer Özdan Kocadal in der Pressekonferenz nach dem Spiel, wollte dabei aber nicht auf die strittige Situation vor dem 1:3 eingehen, sondern kritisierte vor allen Dingen das Verhalten vor dem 1:2 („Da pennen wir beim Einwurf“) und dem Konter zum 1:4 („Das war purer Aktionismus nach vorne“). „Uns hat heute die Konsequenz gefehlt. In erster Linie die Konsequenz im Verteidigen, da habe ich Flensburg heute deutlich giftiger und galliger gesehen.“ Insbesondere als man merkte, dass der Schiedsrichter heute viel laufen ließ, stellte sich Flensburg besser auf den möglichen Rahmen in der Zweikampfführung ein. „Da fehlt uns manchmal noch die Cleverness und Abgezocktheit. Aber auch die Art und Weise, wie wir in der zweiten Halbzeit mit unseren Tormöglichkeit umgegangen sind, das war einfach fahrlässig. Unterm Strich haben wir einfach zu wenig getan, um dieses Spiel zu gewinnen.“
Immerhin hat Kocadal mit seinem Trainer-Team nach den ganzen englischen Wochen nun endlich mal eine ganze Woche Zeit, sich auf die anstehenden Aufgaben vorzubereiten. Und dann am kommenden Sonntag bei der U21 des Hamburger SV (14.00 Uhr, Stadion Hoheluft) wieder zu punkten.
Fotos: Alexander Koltermann






































