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Eintracht punktet auch in Schöningen

Sonntag, 9. August 2026 · 15:00 UhrRegionalliga Nord, 2. Spieltag

Schiedsrichter: Florian LisiakLinienrichter: Jan Mika Kröhnert, Hendrik Plambeck

Zuschauer: 550

90

Palzer gleicht frühen Rückstand aus

Spielbericht vom 10. August 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Wer Fußball-Trainer in Norderstedt wird, muss sich an eine Sache gewöhnen: Schnell auf Änderungen reagieren zu können und immer wieder Ideen haben. So musste unser Trainer Özden Kocadal bei unserem Gastspiel in Schöningen auf zwei weitere Spieler verzichten: Melvin Zimmer klagte nach dem Pokalspiel bei den Alsterbrüdern über Knieschmerzen, Lucas Camacho war ein einziger blauer Fleck auf zwei Beinen.

    Für die Startelf bedeutete das indes nur, dass gegenüber dem Saisonauftakt gegen Atlas Delmenhorst Leo Bera auf der rechten Abwehrseite für Melvin Zimmer begann. Und so viel sei vorweggenommen: Bera machte ein überragendes Spiel, war giftig im Zweikampf, holte viele Bälle und sorgte nach vorne immer wieder für Gefahr.

    Danach sah es zunächst nicht aus. Eine Flanke von Moussa Doumbouya konnte Lars Huxsohl nur zur Seite abwehren, wo Jordi Njoya nach nicht einmal zwei Minuten zur Schöninger Führung traf.

    Keine leichte Aufgabe, gegen diese gestandene Herren-Mannschaft bei 32 Grad so früh in Rückstand zu geraten. Doch der erste Schock war schnell abgeschüttelt. Eine Ecke von Milad Nejad stellte Justin Kick vor ein ersthafte Prüfung (7.), die folgende Ecke köpfte Lukas Krüger an die Latte (8.). Es entwickelte sich ein munterer Schlagabtausch, bei der beide Mannschaften gute Offensiv-Aktionen drin hatten, bis unser Trainer-Team reagieren musste. Kapitän Moritz Frahm verspürte ein Ziehen im Adduktoren-Bereich und musste vom Platz, Manasse Fionouke kam für ihn ins Spiel (33.).

    Mit Anbruch der Nachspielzeit gab es noch einen echten Aufreger: Ayhan Cankor klammerte sich an Milad Nejad, der sich losreißen konnte und den Schöninger umstieß. Sofort lief halb Schöningen auf Nejad zu, Manasse Fionouke erwies sich als Fels in der Brandung und hielt gleich zwei Spieler davon ab, Nejad an die Wäsche zu gehen, während sich Cankor nach dem Stoß an die Brust das schmerzverzerrte Gesicht hielt… Schiedsrichter Florian Lisiak ließ die Situation auf sich wirken und zeigte dann Nejad und Cankor die gelbe Karte, die Rudelbildung ließ er durchgehen (45.+2).

    Kurze Zeit später war Pause, die Gemüter konnten sich beruhigen. „Schöningen hat direkt den Weg in die Spitze gesucht. Das hat uns vor Probleme gestellt, weil wir keinen Druck drauf bekommen haben“, bewertete Kocadal den ersten Durchgang. „Wir hatten uns vorgenommen, viel früher Druck auszuüben, weiter oben anzugreifen. Nach einigen Umstellungen in der Halbzeit haben wir schon eine bessere Leistung gezeigt“.

    Das wurde belohnt, als Dane Kummerfeld Ezra Ampofo auf dem linken Flügel steil schickte, der seinen Gegenspieler vernaschte und zurücklegte auf Luca Palzer. Der drehte sich in seinem zweiten Regionalliga-Spiel um seinen Gegenspieler und traf gegen die Bewegungsrichtung des Torhüters zum Ausgleich (56.). „Bis zum Ausgleich waren wir die Mannschaft, die fußballerisch mehr versucht hat“, befand Kocadal. „Dann haben wir leider das Fußballspielen eingestellt.“

    Kurze Zeit später verpasste Palzer noch die Führung, als er nicht ganz an eine Flanke von Jonas Behounek herankam (64.). Wir waren offensiv nun aktiver, doch Schöningen blieb immer wieder gefährlich, auch wenn es auf beiden Seiten nicht mehr zu den ganz großen Abschlüssen kam. In der Nachspielzeit fiel Lars Huxsohl noch äußerst unglücklich. Er konnte das Spiel zwar zu Ende bringen, spürte es aber auch nach der Partie noch. Hoffen wir mal, dass da nichts Schlimmeres passiert ist.

    Das Spiel wird sicherlich nicht als Leckerbissen in die Norderstedter Vereinsgeschichte eingehen“, gab unser nicht ganz zufriedener Trainer zu. Aber: „Hier und heute war da sicherlich mehr drin. Wir brauchen Zeit mit der Mannschaft und Vertrauen in unsere Aktionen, dann werden wir in Zukunft solche Spiele auch noch komplett umdrehen.“

    Es war heiß, es war anstrengend. Ich war alle zehn Minuten kurz draußen und habe einen Schluck Wasser genommen“, holte Torschützer Palzer nach 98 intensiven Minuten erst einmal Luft. „Beide Mannschaften hatten Phasen, wo sie ein paar mehr Aktionen hatten. Natürlich hätten wir das Spiel gerne gewonnen, aber über die gesamte Spielzeit geht das Ergebnis in Ordnung.“

    Trotz seiner guten Leistung war Palzer mit sich selbst nicht ganz zufrieden. „Zwischendurch ist es immer mal ganz in Ordnung, aber da ist noch Luft nach oben, gerade was die Abstimmung angeht. Aber das kommt noch.“

    Erstmal kommen aber die Kickers aus Emden nach Norderstedt – und das bereits am Mittwoch ab 19.00 Uhr.