Starke U23 zahlt bitteres Lehrgeld

Schiedsrichter: Lasse Arne HintzeLinienrichter: Christian Schnabel, Fiete Knoblich
Zuschauer: 204
Last Minute-Niederlage nach langer Führung
Spielbericht vom 25. Juli 2026
Der Spielbericht wird präsentiert von:
„Das ist eben Oberliga“, seufze der gesperrte Trainer Tony Heine nach dem Oberliga-Debüt unserer U23 beim SC Victoria auf der Tribüne der Hoheluft. „Wir mussten bitteres Lehrgeld zahlen.“ Dabei zeigte seine Mannschaft über 87 Minuten eindrucksvoll, dass sie auch mit so starken und erfahrenen Mannschaften wie den Victorianern mithalten kann, musste aber am Ende lernen, dass das nur funktioniert, wenn man 90 Minuten + Nachspielzeit voll fokussiert ist.
Zwar begannen die Gastgeber vor 204 Zuschauern mit deutlich mehr Ballbesitz, doch das war „genauso geplant von uns“, erklärte Heines Trainerkollege Patrick Datscher nach dem Spiel. „Die Jungs haben den Matchplan in den ersten 87 Minuten extrem gut umgesetzt und die Stürmer verzweifeln lassen.“ Der sah offenbar vor, dass man erst einmal kompakt stehen und abwarten möchte, sich dann aber über die pfeilschnellen Außen in Szene sitzen will. Dort spielten auf der linken Seite Gregory Wittek, der eine Position nach vorne rückte, da hinter ihm Regionalliga-Neuzugang Julius Grunwald nach seiner langen Verletzungspause begann, auf dem rechten Flügel Lenny Kufrin. Als dritter Spieler „von oben“ war Abwehrtalent Henrik Lauterbach dabei.
Victoria konnte mit seinen optischen Vorteilen wenig anfangen und sich nur selten in Szene setzen. Nachdem unsere Jungs ihren Respekt vor dem Gegner abgelegt hatten, hatte sie den ersten Hochkaräter der Partie, ein Schuss von Aduramane Mane wurde von Julian Pötzinger noch minimal abgefälscht und ging so Zentimeter am Tor vorbei (18.), drei Minuten später brachte Philipp Koch mit einem von Nic Kretschmar herausgeholten Freistoß das Aluminium zum Zittern (21.).
Nach einer guten halben Stunde schrieb Lenny Kufrin Geschichte. Einen Seitenwechsel von Saibo Ibraimo leitete Athanasios Chrysovitsitotis weiter zu Kufrin, der auf dem rechten Flügel den richtigen Moment für die Flanke verpasste, daraufhin in die Mitte zog und aus spitzem Winkel Torhüter Hendrik Rabe zum 1:0 überwinden konnte (36.).
Kurz vor dem Seitenwechsel hatte Victoria die Chance auf den Ausgleich, Torhüter Ulrich Anou war mit einem katzenartigen Reflex unten und fischte die Kugel aus dem kurzen Eck (41.). So ging es mit einer knappen, aber durchaus verdienten 1:0-Führung in die Pause.
Im zweiten Durchgang passierte zunächst nicht viel. Zwar hatte Victoria weiterhin mehr Ballbesitz, konnte damit aber nicht viel anfangen. Ein Schuss des früheren Norderstedters Maximilian Musci, den Ulrich Anou unter sich begrub (55.), ansonsten passierte reichlich wenig. Bis aus dem Nichts Aduramane Mane steil geschickt wurde. Er schüttelte Luca Reimers ab und schob den Ball an Torhüter Rabe vorbei zum 2:0 ins Netz (60.)
Kurz darauf gab es den einzigen Aufreger der Partie, als der eingewechselte Simon Siegfried sich zu rustikal gegen Atha durchsetzte und diesen unsanft auf die Pflastersteine neben dem Platz schickte. Atha schlug unglücklich auf, musste längere Zeit behandelt und schließlich ausgewechselt werden, Siegfried bekam sehr zum Unmut der Norderstedter Seite nur die gelbe Karte.
Ansonsten passierte weiterhin wenig, man hatte das Gefühl, das Spiel plätscherte ein wenig vor sich hin, Eintracht stand kompakt, die Gastgeber zeigten sich wenig zielstrebig. Zumindest, bis die Schlussphase anbrach. Plötzlich tauchte Vicky vor dem Norderstedter Tor auf. Anou konnte den ersten Ball noch parieren, war aber gegen den zweiten Versuch von Enrique Alacorn Stark machtlos – nur noch 1:2 (88.). Nun machte sich der hohe Aufwand des Spiels bemerkbar. „Wir sind extrem viel gelaufen, am Ende sind die Kräfte geschwunden“, sah Datscher als Hauptursache für den nun folgenden Einbruch. „Wir mussten leider schon früh wechseln, weil uns etwas die Kraft gefehlt hat. Durch die vielen Wechsel haben wir auch etwas den Spielfluss verloren.“
Denn plötzlich war es ein komplett anderes Spiel – Vicky zeigte die vorher vermisste Zielstrebigkeit, die junge Norderstedter Defensive geriet ins Wanken. Und fiel. Simon Siegfried schweißte die Kugel zum Ausgleich in den Winkel (90.+2), dann wurde ein Einwurf mit dem Kopf verlängert, am langen Pfosten tauchte Richard Arndt auf und traf zum 3:2-Sieg für den Favoriten (90.+3). „Victoria ist eine abgeklärte Mannschaft, sie haben unsere Fehler in den letzten Minuten eiskalt ausgenutzt“, so Datscher, der aber völlig zurecht befand. „Wir können trotz der Niederlage stolz sein auf diese Leistung.“
Keine Frage: Wenn man in den kommenden Spielen auf diese Leistung aufbauen kann, werden uns die Jungs noch viel Spaß machen. Am Besten direkt am kommenden Freitag, wenn es gegen Mit-Aufsteiger TBS Pinneberg geht (20.00 Uhr, Ochsenzoller Straße).










