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Krüger öffnet das Tor zum Klassenerhalt

Sonntag, 3. Mai 2026 · 14:00 UhrRegionalliga Nord, 32. Spieltag

Schiedsrichter: Lennart KernchenLinienrichter: Björn Behrens, Jonas Meereis

Zuschauer: 615

90

Camacho mit Jubiläumstor

Spielbericht vom 3. Mai 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Viele Augen waren am Sonntagnachmittag auf Norderstedt gerichtet. Der Abstiegskrimi Eintracht (15.) gegen Lohne (17.) war vielerorts von Interesse, da die Absteiger aus der Regionalliga natürlich auch unmittelbarer Auswirkungen auf die Abstiegsregelung in den unteren Klassen haben und gerade die Hamburger Vereine natürlich hoffen, dass nicht drei Hamburger Vereine absteigen.

    Diese Hoffnung erfüllte sich am Sonntagnachmittag – auch wenn es lange Zeit nicht danach aussah. "Heute hat uns ausgezeichnet, ein schlechtes Spiel mit viel Kampf gewonnen zu haben“, fasste Lukas Krüger, Schütze des Goldenen Tores, das Gesehene treffend zusammen. „Bisher hat uns ja in dieser Saison eher ausgezeichnet, unsere guten Spiele nicht zu gewinnen."

    Dabei können wir uns nur zu gut in die Lage der Gäste aus Lohne versetzen, denn das Spiel erinnerte sich an viele Spiele von uns. Die Niedersachsen waren im ersten Durchgang die klar bessere Mannschaft, erarbeiteten sich zahlreiche Torchancen, scheiterten aber entweder am starken Niklas Petzsch oder der eigenen fehlenden Zielgenauigkeit.

    Doch dass es trotz des „Alles geben. Liga halten! Wir für euch – ihr für uns!“-Banners, welches die Fans zu Spielbeginn ausrollten und immer wieder laustarken Support leisteten, zur Halbzeit nicht 2:0 für Lohne, sondern noch 0:0 stand, war zu diesem Zeitpunkt noch das beste am Spiel. Nicht eine Torchance konnten wir im ersten Durchgang verzeichnen. „In der ersten Halbzeit haben wir nicht das gezeigt, was wir zeigen wollten. Lohne war gut auf uns eingestellt, wir haben einfach keine Lösung gefunden, keine zweiten Bälle gewonnen, keine Tiefe im Spiel gefunden, haben die Zweikämpfe nicht angenommen. Lohne hatte mehr als eine Möglichkeit, um in Führung zu gehen. Insofern gehen wir glücklich in die Halbzeit mit 0:0“, fand der starke Kapitän Moritz Frahm im zweiten Spiel nach seiner langen Verletzung klare Worte zur ersten Hälfte, hatte aber trotzdem „zu 100 Prozent an die Mannschaft geglaubt. Wir haben diese Saison so oft bewiesen, dass wir nach Niederschlägen wieder zurückkommen können und heute genauso. Insofern bin ich wahnsinnig stolz, dass wir es geschafft haben.“

    Was man aber unserer Mannschaft bei aller Kritik zugutehalten muss: Sie hauen immer alles raus, geben immer vollen Einsatz. „Es ist auch schwierig, das nicht zu machen, wenn sich vor dir einer jedes Spiel die Lunge aus dem Leib läuft“, bestätigte Lucas Schulze mit Blick auf Sturmführer Lukas Krüger. Ein anderes Beispiel: Dane Kummerfeld, der gerade noch rechtzeitig fürs Spiel fitgeworden war, wohlwissend, dass es nicht für 90 Minuten reichen wird. „Als ich in die Halbzeit gegangen bin, habe ich die Schmerzen gespürt, dachte, da geht heute gar nichts mehr.“ Doch auf Frage der Trainer, wann er ausgewechselt werden müsse, antwortete Kummerfeld „Gar nicht“, ging wieder raus und lieferte ab. Er wollte der Mannschaft, die weiterhin auf die verletzten Außenverteidiger Leon Pesch und Florian Meier verzichten muss, unbedingt helfen und machte erst nach 68 Minuten Platz für Endrik Jaschan. Da half dann auch Ibu 1200 nicht mehr…

    Zu diesem Zeitpunkt sah es auf dem Feld schon deutlich besser aus. Denn wie es bei solchen Spielen immer so ist: Wenn die eine Mannschaft ihre Chancen nicht macht, schlägt die andere zu. Jonas Behounek passte auf Lucas Camacho, der sich auf der linken Seite durchsetzte und es zumindest mal versuchte. Sein Schuss wurde noch abgefälscht und senkte sich unhaltbar ins Tor. Viel anders konnte es dann auch nicht fallen. Es war übrigens das 600. Tor in der Regionalliga-Geschichte von Eintracht Norderstedt!

    Es war, als würde der Mannschaft eine Last von den Schultern fallen, nun sah es auch nach vorne ansehnlich aus. Lucas Schulze verpasste das 2:0 (53.) ebenso wie Fabian Grau, der mit seinem Kopfball das Netz zappeln ließ, dabei aber im Abseits stand (62.). Als Lohne den Schock des Rückstandes verdaut hatte, schlugen sie zurück. Leonard Bredol legte zurück auf Rilind Neziri, der mit seinem Schuss Niklas Petzsch keine Abwehrmöglichkeit ließ (69.).

    Lohne witterte wieder Morgenluft, doch in die Angriffsbemühungen herein vollzog Jonas Behounek einen bärenstarken Ball auf die rechte Außenbahn, der Abschluss des drei Minuten vorher eingewechselte Ohene Köhl wurde zunächst geblockt. Doch Köhl blieb fokussiert, holt sich den Ball zurück und flankte in die Mitte, wo sich Lukas Krüger im richtigen Moment von einem Gegenspieler löste und aus kurzer Distanz mit seinem Kopfballtreffer zum 2:1 das Edmund-Plambeck-Stadion zum Beben brachte. „Ein erlösender Moment“, für Krügi, nachdem sechzig Sekunden zuvor Lucas Schulze das Führungstor bereits auf dem Fuß hatte, schoss aber aus kurzer Distanz über das Tor.

    Lohne gab sich trotz des erneuten Rückstandes nicht auf, machten es weiter gut – und scheiterte weiter an Niklas Petzsch wie Jannik Zahmel nach 86 Minuten. Nach acht, neun Minuten Nachspielzeit war dann Feierabend und der Jubel der 615 Zuschauer kannte keine Grenzen. „Hinten raus ist es einfach purer Wille, genau was wir vor dem Spiel gefordert haben und wir eigentlich das ganze Spiel sehen wollten. Aber ich bin stolz auf die Mannschaft, es war eine super Teamleistung hinten raus, Chapeau an die Mannschaft“, fand Frahm lobende Worte für die Einstellung und Energieleistung seiner Mitspieler.

    Damit haben wir in der Tabelle zwei Spieltage vor Schluss sechs Punkte Vorsprung auf unsere Verfolger, wobei der FC St. Pauli am kommenden Mittwoch noch ein Nachholspiel in der Hinterhand hat. So oder so fahren wir am kommenden Wochenende mit dem ganz klaren Ziel nach Flensburg, den Klassenerhalt dort perfekt zu machen - hat schon mal funktioniert, muss wieder funktionieren. Gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt wäre dann auch der Aufstieg unserer U23 in die Oberliga, die sich heute mi einem 5:1 in Eimsbüttel zum Landesliga-Meister krönte.

    Blau-Weiß Lohne wünschen wir alles Gute und viel Erfolg für die anstehende Oberliga-Saison. Kommt bald wieder!

    Fotos: Alexander Koltermann

    Die Videos zum Spiel