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Umjubelter Heimsieg gegen Schöningen

Sonntag, 19. April 2026 · 14:00 UhrRegionalliga Nord, 30. Spieltag

Schiedsrichter: Alexander RojLinienrichter: Alexander Jahn, Laurence Büchner

Zuschauer: 545

90

Spielbericht vom 20. April 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Das alles für uns läuft, konnte man in den letzten Wochen nicht gerade behaupten. Im Abschlusstraining zog sich nun auch noch Leon Pesch einen Muskelfaserriss zu und fiel aus. Schon in der Vorwoche machten unsere Trainer aus der Not eine Tugend und beorderten Lucas Schulze in die Innenverteidigung, nun durfte der etatmäßige Linksverteidiger Leo Bera für Pesch auf der rechten Seite verteidigen. Zudem kehrte Emanuel Mirchev ("der kann eigentlich noch keine 90 Minuten spielen, aber wir haben gesehen, wie wichtig er ist") nach seiner Verletzungspause genau so in die Startelf zurück wie Lucas Camacho, Yevhenii Obushnyi rückte eine Position nach vorne. "Irgendwann musste dieser Tag kommen, an dem wir mal den Bock umstoßen gegen eine Mannschaft, die auch von der Wucht her gut ist und das haben wir heute gemacht", freute sich Jörn Großkopf nach der Partie über die gelungenen taktischen Schachzüge.
     
    Bereits in der Anfangsphasen hatten Mirchev, Obushnyi und Camacho in einer von beiden Seiten sehr munteren Partie viele gute Szenen. Nach 19 Minuten konnten die Zuschauer zum ersten Mal Jubeln: Melvin Zimmer nutzte einen Abspielfehler in der Defensive der FSV Schöningen für einen Querpass zu Yevhenii Obushnyi, der Lucas Camacho auf der linken Seite in die Tiefe schickte. Der ließ sich viel Zeit und überlupfte dann den herausstürzenden Torhüter mit seinem Zuspiel in die Mitte, wo Jonas Behounek freistehend zur Führung traf (19.).
     
    Doch die Gäste zeigten sich nicht geschockt, im Gegenteil. Der immer gefährliche Philipp Harant schoss die Kugel fünf Minuten später an die Unterkante der Latte, der Ball prallte wieder hoch und erneut gegen die Unterkante der Latte, dann rettete Niklas Petzsch gegen Cankor (24.). Das Glück muss man sich bekanntlich erarbeiten - so intensiv wie unsere Mannschaft in den letzten Wochen gearbeitet hat, war es auch an der Zeit, dass das Glück mal mit uns im Bunde ist.
     
    Doch wo Sonne ist, da ist auch Regen - nach einer guten halben Stunde zog es bei Dane Kummerfeld rein, der direkt ausgewechselt werden musste. Für ihn kam der 20jährige Florian Meier in der Partie, der damit in der Viererkette mit U23-Landesliga-Talent Lucas Schulze (20) ("Er ist für mich kein Landesligaspieler.") , Endrik Jaschan (19) und "Oldie" Leo Bera (21) der Regionalliga-erfahrenste Spieler war. Verrückt. Aber: Die Youngster "haben ihre Sache unfassbar gut gemacht", freute sich Trainer Jörn Großkopf, Fehler wurden gemeinschaftlich wieder ausgebügelt, sich im Verbund mit Torhüter Niklas Petzsch immer wieder gepusht. "Die haben nicht gegen Leute gespielt, die 1.40 m groß sind. Die sind alle über 1.90 m, später haben sie Beck nachher noch reingebracht mit 1.96 m. Standards sind gegen die immer gefährlich, aber die Jungs haben das super wegverteidigt und sich gerade am Ende in jeden Ball geworfen."
     
    Kaum war Meier auf dem Feld, sah er seine fünfte gelbe Karte und muss damit die Fahrt nach Bremen am kommenden Sonntag nicht mit antreten. Nach den Ausfällen von Dane Kummerfeld und Leon Pesch muss unser Trainer-Team kommende Woche kreativ werden. Zumal sich drei Minuten später auch Lucas Camacho seinen fünften geben Karton ansehen durfte. In dieser Phase wurden die Gäste stärker, Petzsch rettete gegen Harant (39.), Zimmer prüfte kurz vor der Pause Dahncke (44.), doch es blieb bei der 1:0-Führung.
     
    Diese sollte nach der Pause jedoch nur wenige Sekunden Bestand haben. Schöningen spielte blitzschnell über Touray nach vorne. Palacios spielte im Fallen weiter auf Harant, der mit einem schönen Strahl aus 18 Metern ausglich (46.). "Da schwant einen natürlich direkt Böses, weil wir einfach zu viele Rückschläge zuletzt hatten. Aber heute hat die Mannschaft so weitergemacht, wie man sich das vorstellt, wenn man in den Klassenerhalt kämpft." Eine Viertelstunde lang hatte Schöningen die Partie im Griff, Maximilian Sauers Geschoss flog knapp am Tor vorbei (53.). Doch die Stimmung blieb gut, immer wieder gab es lautstarke Anfeuerung von der Gegengeraden. "Entscheidend ist, dass die Zuschauer erkennen, dass die Mannschaft will, dass die Mannschaft Gas gibt, auch wenn mal was schiefgeht. Und das war heute der Schlüssel. Und dann bringt es natürlich Spaß, sich auch von außen den Applaus abzuholen", freute sich Großkopf übe die gelungene Stimmung von den Rängen. Die crashte zunächst Schöningens Christian Skoda, der Jonas Behounek von hinten gegen den Knöchel trat. Der Norderstedter musste längere Zeit behandelt werden, kam nach kurzer Unterbrechung allerdings unter viel Beifall wieder zurück auf den Platz. Auch wenn er anfangs alles andere als rund lief, biss der Kapitän auf die Zähne und stellte sich ganz in den Dienst der Mannschaft.
     
    Angetrieben von den 545 Zuschauern, die über 90 Minuten eine tolle, positive Atmosphäre verbreiteten, bissen sich die Jungs wieder in die Partie zurück und zogen die Spielkontrolle an sich, wobei Schöningen die gefährlicheren Aktionen hatten - allen voran durch den stets gefährlichen Harant, dessen Kopfball auf der Latte landete (64.).
    Doch dann legte der unermüdliche arbeitende Lukas Krüger ("Unfassbar, was er für Wege gemacht hat") für Behounek ab, dessen Schuss vor die Füße von Melvin Zimmer geblockt wurde - und die Kugel aus kurzer Distanz in die Maschen drosch (77.). Drei Minuten später stand der Schiedsrichter im Mittelpunkt, nachdem der eingewechselte und sehr lebendige Ohene Köhl auf dem Weg Richtung Tor war und von Reiche zu Fall gebracht wurde - weil Lucas Arnold noch mit in der Verlosung war, war Reiche nicht letzter Mann - der Unparteiische beließ es zum Unmut der Haupttribüne bei einer gelben Karte (80.).
     
    Das Spiel näherte sich dem Ende, die Jungs warfen sich in alles rein, was Richtung Norderstedter Tor kam. Auch das Trainerteam tat das seinige, brachte zunächst Ohene Köhl für Lucas Camacho (75.), der "für Entlastung sorgte und gute Aktionen hatte", kurz vor Schluss feierten Malik Yago (87., für Jonas Behounek, "er hat gerade mal eine Woche trainiert, gewinnt jeden Kopfball, gewinnt fast jeden Zweikampf") und unter großem Jubel Kapitän Moritz Frahm (89., für Yevhenii Obushnyi, "da war sofort Lautstärke auf dem Platz, er ist unheimlich wichtig") ihre lang erwartete Comebacks, um unsere junge Defensive gegen die bulligen Gäste-Angreifer, die auf den Ausgleich drängten, zu unterstützen und irgendwie den Sieg über die Zeit zu retten.
     
    Doch von wegen Defensive war Trumpf: Lukas Krüger verlängerte mit dem Kopf auf Ohene Köhl, der sich mit dem Rücken zum Tor stehend von seinen Gegenspielern löste, sich ein Herz fasste und aus 20 Metern abzog... der Ball wurde vom Rücken von Lucas Arnold so abgefälscht, dass er sich unhaltbar zum 3:1 ins Netz senkte (88.). Köhl, der nach seiner langen Pause immer besser in Form kommt, wusste vor Freude gar nicht wo hin mit sich und wollte am liebsten die ganze Welt umarmen - das hat der Junge sich sowas von verdient!

    "Wir hatten heute das Quäntchen Glück, was wir in den anderen Spielen nicht hatten wie der Lattenschuss in der erste Halbzeit oder der Lattenkopfball gegen uns", gab Großkopf zu. "Das 3:1 von Ohene wäre in den anderen Spielen wahrscheinlich nicht reingegangen." Nach dem Treffer zum 3:1 war klar, dass wir das Spiel heute nicht mehr aus der Hand geben werden - entsprechend gelöst und fröhlich war die Stimmung über diesen ganz wichtigen Sieg, der uns in der Tabelle zunächst auf Platz 14 vorrücken lässt - die direkt hinter uns liegenden HSC Hannover und FC St. Pauli (U23) haben allerdings noch Nachholspiele, was den Sieg doppelt wichtig macht! "Wir sind mächtig stolz auf die Jungs und freuen uns einfach für die Truppe, für die Jungs, die sich aufgerieben haben. Nach den verlorenen Punkten gegen Jeddeloh, Werder Bremen und den HSV genießen wir das heute mal und dann machen wir weiter und so halten wir auch die Klasse."
     
    Für uns geht es am kommenden Sonntag beim Bremer SV weiter. Dort müssen unsere Trainer "einmal mehr improvisieren. Lucas Camacho und Florian Meier haben die fünfte gelbe Karte gesehen, Dane Kummerfeld wird wohl ausfallen, da müssen wir uns wohl ein bißchen was schnitzen. Bei Manuel Brendel sind wir guter Hoffnung, dass er zumindest im Kader stehen kann." Es fährt ein Fanbus für nur zehn Euro, wir freuen uns über jegliche Unterstützug vor Ort. GemE1Nsam zum Klassenerhalt!
     
    Fotos: Alexander Koltermann

    Das Video zum Spiel