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Großkopf und die Leier der letzten Wochen

Sonntag, 12. April 2026 · 14:00 UhrRegionalliga Nord, 29. Spieltag

Schiedsrichter: Tim-Alexander StrampeLinienrichter: Tom-Leon Bender, Pascal Gebken

Zuschauer: 1.085

90

Spielbericht vom 12. April 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Das Muster setzt sich fort: Unsere Mannschaft zeigt nach schwacher Anfangsphase auch gegen die U21 des Hamburger SV vor 1.085 Zuschauern eine gute Leistung, steht am Ende aber erneut mit leeren Händen da. „Im Prinzip kann ich die Leier der letzten Wochen wiederholen“, fasste Jörn Großkopf zusammen. „Wir machen sehr viele Sachen richtig, allerdings gerade in der ersten Viertelstunde auch ein paar sehr verkehrt.“

    Denn wir kamen ganz schlecht in die Partie, hatten zunächst keinen Zugriff aufs Spiel und eine Hamburger Offensiv-Lawine, die auf uns zukam. Bilal Yalcinkaya nutzte dies zur HSV-Führung (4.). Etwa 20 Minuten brauchten wir, um ins Spiel zu finden und meldeten uns vor dem HSV-Tor erstmals durch ein 18 Meter-Geschoss von Yevhenii Obushnyi an - Torhüter Bennet Schmidt riss gerade noch rechtzeitig die Faust hoch (25.).

    Doch direkt im Anschluss der nächste Schock: Abwehrchef Fabian Grau musste nach nicht einmal einer halben Stunde mit Oberschenkelproblemen vom Platz. Nach Moritz Frahm, Malik Yago und Manasse Fionouke der nächste Ausfall in der Innenverteidigung. Für ihn kam U23-Talent Lucas Schulze, was dem einen oder anderen Zuschauer Sorgenfalten auf die Stirn brachte – ein 20jähriger mit der Erfahrung von 70 Regionalliga-Minuten an der Seite des 19jährigen Endrik Jaschan mit der Erfahrung von 215 Regionalliga-Minuten in unserem Herzstück gegen die Offensivmacht des HSV, konnte das wirklich gut gehen? Eine mutige Entscheidung unseres Trainer-Teams, die sich auszahlte: Schulze lieferte eine blitzsaubere unaufgeregte Leistung ab und legte die starke HSV-Offensive an die Kette. Und das, obwohl er eigentlich im Mittelfeld zuhause ist… „Ich habe ihn in der U23 öfter mal als Innenverteidiger spielen lassen, er hat das hervorragend gemacht“, erklärte Großkopf auf der Pressekonferenz nach dem Spiel unter der nickenden Zustimmung der Medienvertreter.

    Mittlerweile waren wir deutlich besser in der zunächst chancenarmen Partie und zogen das Spiel immer mehr in unsere Richtung. Doch der HSV schlug eiskalt zu, der erst 16jährige Louis Lemke erhöhte freistehend für den HSV auf 2:0 (41.). Die postwendende Antwort verpasste Ezra Ampofo, dessen Kopfball knapp am langen Pfosten vorbei strich (43.).

    Wir haben verpasst, mit dem dritten Tor den Deckel drauf zu machen“, hatte sich HSV-Trainer Lukas Anderer eine deutlich ruhigere zweite Halbzeit gewünscht. Doch unsere Jungs spielten da nicht mit, erarbeiteten sich ein optisches Übergewicht. „Norderstedt kann eine Wucht entwickeln, da sind viele Bälle in die Box geflogen, da war viel Personal im Strafraum.“  Doch der Ball wollte einfach nicht über die Linie.

    Obushnyi prüfte Schmidt aus 18 Metern (47), der auch eine Doppelchance durch Melvin Zimmer und Lukas Krüger parierte (55.), Jonas Behounek hatte viel Platz, flankte den Ball aber nur in die Arme des HSV-Keepers (65.), statt eines möglichen Elfmeters an Lucas Camacho gab es Freistoß für den HSV („Er hat mich getroffen, dann bin ich mit der Hand auf den Ball gefallen“), Lukas Krüger verpasste freistehend das Anschlusstor (72.)… es mangelte nicht an Torchancen, sondern einmal mehr an der Verwertung. Oder, um es in den Worten von Lukas Anderer zusagen. „Wenn der Ball einmal anders runterfällt, kann da nochmal ein Tor fallen.“

    Trotz allem gab sich unsere Elf nicht auf und fordert den HSV in diesem intensiven Spiel und spielte weiter nach vorne. Das gab Bilal Yalcinkaya die Chance auf das 3:0, sein Schuss drehte sich an den Außenpfosten (83.). Im Gegenzug behauptete sich der eingewechselte Ohene Köhl stark auf der rechten Seite gegen drei Gegenspieler und passte auf Jonas Behounek, dem der Abschluss völlig misslang und dadurch zur Vorlage für Lukas Krüger wurde, der den Ball aus kurzer Distanz zum 1:2 über die Linie drückte (84.) – der späte Anschluss, doch beide Mannschaften spielten in der Schlussphase munter nach vorne. Emanuel Mirchev hatte Glück, dass sein Einsteigen gegen Maurice Boakye an der Strafraumgrenze nicht als Foul gewertet wurde (87.), auf der anderen Seite widerfuhr dem HSV dasselbe Glück, als nach einer Camacho-Flanke der von vielen geforderte Handelfmeter-Pfiff ausblieb, der Arm war wohl angelegt (88.).

    Und so blieb es nach erneut großem Kampf mal wieder bei einer ebenso ärgerlichen wie unnötigen Niederlage gegen den HSV. „Wir entwickeln viele gute Ideen, ob von links über Dane Kummerfeld oder von rechts über Melvin Zimmer oder später Ohene Köhl, aber wir sind immer ein mü zu spät was die Boxbesetzung betrifft. Und wenn man die Tore nicht macht, gewinnt man das Spiel nicht“, griff Großkopf nochmal zum Großen Buch der Fußball-Weisheiten.

     „Ich drücke die Daumen, dass ihr drinbleibt. Wir kommen sehr gerne hier her“, schloss Anderer sein Statement und wünschte unserer Mannschaft alles Gute für die anstehenden Aufgaben. „Wenn ich mir die zweite Halbzeit angucke, ist das auf jeden Fall möglich.“ Um das zu erreichen, machte Trainer Jörn Großkopf vor dem kommenden Heimspiel gegen den FSV Schöningen am Sonntag, 19.04.2026, unmissverständlich klar: „Wir haben jetzt noch fünf Spiele, treffen auf direkte Konkurrenten. Ab jetzt zählt es noch mehr denn je, jetzt müssen wir punkten, Schluss Aus.“

    Das Video zum Spiel