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Später Nackenschlag gegen Werder Bremens U23

Sonntag, 5. April 2026 · 14:00 UhrRegionalliga Nord, 23. Spieltag

Schiedsrichter: Tom HolstenLinienrichter: Bastian Grimmelmann, Jannik Meyer

Zuschauer: 430

90

Spielbericht vom 6. April 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Lukas Krüger war spürbar und nachvollziehbar angefressen. „Kannst du nicht einfach Copy & Paste machen von den Spielen gegen Jeddeloh oder in Emden oder so?“ entgegnete er auf die Frage nach einem kurzen Statement zum Spiel.

    Man fühlt es total, denn die Spielberichte fühlen sich auch ein bisschen an wie Copy & Paste. Würde man jetzt den Bericht des Hinspiels gegen die U23 von Werder Bremen nehmen und nur die Namen der Torschützen austauschen – vermutlich würde es niemandem auffallen, der Spielverlauf war nahezu identisch. „Wir müssen einfach mal dazu in der Lage sein, so ein Spiel über die Bühne zu bringen. Das haben wir nicht geschafft“, fügte Trainer Jörn Großkopf nach der gefühlten 2:2-Niederlage gegen die U23 von Werder Bremen hinzu.

    Dabei „hatten wir eigentlich nicht das Gefühl, dass wir dieses Spiel nicht gewinnen werden“, stöhnte Trainer Jörn Großkopf nach dem Spiel, das allerdings alles andere als gut losging. Bereits früh müssten Falk Gross („Bei ihm hat es etwas reingezogen, da wollten wir direkt auf Nummer sicher gehen“) und Manuel Brendel („Die Wade hat etwas zugemacht. Es ist nichts gerissen und kein Stich rein, aber so, dass er nicht weiterspielen konnte, damit nicht genau sowas passiert“) angeschlagen ausgewechselt werden, Josh Görtzen (5.) und Nick Gutmann (27.) kamen.

    Die beiden frühen Niederschläge verkraftete seine Mannschaft gut und beendete die längere Phase des Abtastens mit einer tollen Kombination über die rechte Seite, eingeleitet von Fabian Grau. Leon Pesch und der gerade eingewechselte Gutmann spielten schnörkellos nach vorne, Gutmann flankte aus vollem Lauf in die Mitte, wo Lukas Krüger höher sprang als sein Gegenspieler und per Kopf zur Führung traf (31.).

    Ein echter Brustlöser, denn plötzlich spielte unsere Mannschaft immer wieder sehenswert nach vorne. Gutmann verpasste einen Schuss des ganz starken Yevhenii Obushnyi um Zentimeter (40.), Jonas Behounek verfehlte das Tor knapp (41./42). In der Nachspielzeit holte Melvin Zimmer noch einmal einen Eckball heraus, den Dane Kummerfeld in die Mitte brachte. Bremen klärte direkt auf den Fuß von Obushnyi, der die Kugel per Direktabnahme in den Knick beförderte – Kategorie Traumtor (45.+2)!

    Die Führung hatte sich die Mannschaft mit der Leistung nach dem Führungstor mehr als verdient – noch mehr, als man die Druckphase der Bremer nach der Pause überstanden hatte und selbst wieder einen Gang höher schaltete. Insbesondere Melvin Zimmer lief immer wieder früh an, setzte den Gäste-Keeper unter Druck – wie in der 63. Minute als er den Ball in die Füße von Jonas Behounek spielte, der den Ball allerdings nicht nur über den Torhüter, sondern auch über das verwaiste Tor schoss. Obushnyi zielte knapp vorbei (64.), Melvin Zimmer konnte aus einem Missverständnis zwischen Luca Höcker und Stefan Smarkelev keinen Profit schlagen (65.)… Der dritte Treffer schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, die Zuschauer honorierten immer wieder Situationen mit Szenenapplaus, die Jungs pushten sich auf dem Feld gegenseitig. Spätestens nach 72 Minuten hätte es 3:0 stehen müssen. Lukas Krüger behauptete sich stark im Strafraum der Gäste, scheiterte aber aus kurzer Distanz an Torhüter Smarkalev, der auch den Nachschuss von Josh Görtzen parieren konnte.

    Bremen brachte mit Joel Imasuen ein äußerst belebendes Element, das sich mit einem Schuss, der nur knapp das Tor verfehlte, direkt gut einführte (74.). Auf der anderen Seite bedrängte Jonas Behounek Torhüter Smarkaev, der Glück hatte, das Behounek das Bein stehen ließ und es Freistoß für Bremen gab (75.). Noch mehr Glück hatten die Gäste, als Paul Wagner Nick Gutmann im Strafraum von hinten das Bein wegzog, der fällige Elfmeterpfiff aber ausblieb (76.).

    Stattdessen gab es einige Minuten später Freistoß für Werder, den Safa Yildirim unhaltbar für Niklas Petzsch zum 1:2-Anschluss ins Tor schoss (82.). Die umgehende Antwort verpasste Nick Gutmann, der bei seinem Treffer zum 3:1 im Abseits stand (84.).

    Die Gäste drückten nun natürlich auf den Ausgleich, unsere Spieler warfen sich in alle Bälle, selbst Stürmer Lukas Krüger half hinten mit, um die drei Punkte in Norderstedt zu behalten. Doch wie im Hinspiel schlug das Schicksal eiskalt zu – in der vierten Minute der Nachspielzeit traf Luca Höcker mit der Unterstützung des Innenpfostens zum 2:2-Ausgleich ins Norderstedter Herz.

    Wir haben im Kreis gesagt, dass wir weitermachen. Denn es war so viel Gutes dabei. Es hat viel Spaß gemacht, sich das anzuschauen“, bestätigte Jörn Großkopf den Eindruck, der auch auf der Tribüne vorherrschte. Es war ein gutes, unterhaltsames Spiel. Aber eben aus Norderstedter Perspektive nur über gute 80 Minuten. „Es gab für mich keinen Spieler, dem ich einen Vorwurf hätte machen können, weil wir fast alles umgesetzt haben. Wir sind gut angelaufen, hatten viele Balleroberungen und auch das Zentrum hat super funktioniert und sich gut eingebracht. Die Jungs haben Vollgas gegeben.“ Nur eben nicht das dritte Tor geschossen… „Dann ist der Drops gelutscht. Nichtsdestotrotz muss man auch mal ein 2:0 nach Hause bringen – das haben wir heute nicht geschafft, obwohl die Chancen dazu da waren.“

    Damit bewegen wir uns im Abstiegskampf weiter im Schneckentempo, zumal die Mannschaften unter uns noch Nachholspiele im Köcher haben. Umso wichtiger, dass wir uns am kommenden Sonntag gegen die U21 des Hamburger SV endlich einmal wieder belohnen.

    Fotos: Alexander Koltermann