Ein Fußballspiel das alles hatte

Schiedsrichter: Fabian RotherLinienrichter: Leif Menke, Marcus Aschberg
Spielbericht vom 4. April 2026
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Sieben Tore, drei Platzverweise, ein Spiel das kurz vor dem Abbruch stand, am Ende keine Linienrichter mehr hatte und ein Rotsünder, der zum heimlichen Matchwinner wird. Das Derby unserer U23 gegen den HSV III hatte wirklich alles und war dennoch nicht halb so hitzig, wie es klingt.
Im Gegenteil, die erste Halbzeit war eher von überschaubarer Qualität und geprägt von vielen Fouls. Stimmung brachte erst eine kuriose Schiedsrichter-Entscheidung in die Partie: Der frühere Eintracht-Trainer Max Krause, seit kurzem beim HSV III an der Seitenlinie, verzögerte kurz einen Norderstedter Einwurf, indem er den Ball nicht direkt rausrückte – und sah direkt die Rote Karte (35.). Eine Entscheidung, die auf beiden Seiten für viele fragende Gesichter sorgte…
Der HSV nahm es als Motivation und ging durch den ehemaligen Norderstedter Lukas Schumacher in Führung, der einen Eckball zum 1:0 einköpfte (35.).
Wenig später wurde Elijah Ceesay auf dem linken Flügel geschickt, Torhüter Dave Ceesay musste weit vor seinem Tor klären, rutschte aber am Ball vorbei, Elijah Ceesay hatte freie Bahn… und es ertönte ein Pfiff: Rot gegen unseren Torhüter. Eine Entscheidung, die auf dem ersten Blick ebenfalls verwunderte, da es so nicht zu sehen war, jedoch hatte der Schiedsrichter recht. „Die rote Karte kann man geben“, gab Ceesay zu, der den Ball im Rutschen gegen den Arm bekommen hatte. „Aber ich kann mir den Arm ja nicht abschrauben.“
„Natürlich schade und bitter für ihn persönlich, aber uns hat er damit einen Gefallen getan. Sonst hätten wir 0:2 zurückgelegen“, sah Trainer Erdogan Pini das Positive, denn Elijah Ceesay hatte freie Bahn gehabt und so möglicherweise für die Vorentscheidung gesorgt. Stattdessen schlugen seine Spieler in Unterzahl zurück, als Mamadou Djalo aus der zweiten Reihe abzog, Alessio Höcker den Ball nur nach vorne abwehren konnte und Aduramane Mane zum 1:1 abstaubte (45.+6). „Das war sehr wichtig für uns, dass wir kurz vor der Halbzeit noch den Ausgleich geschafft haben“, freute sich der Trainer.
Denn mit dem Treffer kurz vor der Pause und der Unterzahl entwickelte seine Mannschaft eine „jetzt erst recht“-Mentalität und startete schwungvoll in den zweiten Durchgang. Ein Schuss von Aduramane Mane wurde zum Eckball abgefälscht, den Innenverteidiger Joris Bente am langen Pfosten mit dem Knie über die Linie drückte (51.). Acht Minuten später war erneut Joris Bente zur Stelle und köpfte einen Freistoß von Kapitän Sepehr Nikroo zum 3:1 über die Linie (59.).
Drei Minuten später war personell wieder Gleichstand auf dem Feld: Luca Al-Habash sah innerhalb von vier Minuten zwei Mal gelb und musste dementsprechend vorzeitig duschen.
Direkt im Anschluss wurde das Spiel unterbrochen: Einer der beiden Linienrichter knickte um und musste behandelt werden. Schnell stellte sich heraus, dass es für ihn nicht weitergehen kann. Da außer Eintracht-Co-Trainer Sven Schneppel niemand mit Schiedsrichterschein ausfindig gemacht werden konnte und ein Abbruch im Raum stand, wurde das Spiel nach Rücksprache mit dem HFV ohne Linienrichter nach einer halbstündigen Unterbrechung fortgesetzt.
Die Pause tat dem HSV gut. Damian Ilic brachte die Männer von der Ulzburger Straße auf 3:2 heran (66.), 120 Sekunden später rettete zunächst der Pfosten und dann Torhüter Cole Thomson. Unsere Jungs wirkten kurz vor der Rolle, doch ein traumhafter Angriff stellte das alte Kräfteverhältnis wieder her. Caio Nogueira legte im Strafraum mit dem Absatz auf Athanasios Chrysosvitsiotis zurück, dessen Schuss Mamadou Djalo am Fünf Meter-Raum mit der Hacke an Abwehrspieler Noah Kudjawu vorbei zum 4:2 im Tor unterbrachte (71.).
Nun waren die Pini-Jungs wieder im Flow, Mamadou Djalo (73.) und Sepehr Nikroo (78.) scheiterten jedoch an Alessio Höcker. Getreu dem Motto „Save The Best For Last“ hebten sich unsere Jungs das Highlight für die Schlussminute auf. Gleich mehrere HSV-Spieler stocherten gegen Aduramane Mane nach dem Ball, der die HSV-Defensiv komplett hops nahm und die Kugel unter Bedrängung von drei Gegenspielern traumhaft zum 5:2-Endstand in den Winkel schlenzte (85.).
„Mit der Leistung unserer Mannschaft war ich sehr zufrieden. Respekt an meine Mannschaft, die in Unterzahl Mentalität und Charakter bewiesen und als Team zusammen agiert hat!“, freute sich Pini über das Gesehene. Und hatte direkt noch mehr Grund zum Strahlen: Der ärgste Verfolger FC Alsterbrüder leistete sich einen 2:5-Ausrutscher gegen den SC Nienstedten, so dass seine Mannschaft nun vier Punkte Vorsprung im Rennen um den Oberliga-Aufstieg hat. Weiter ausbauen will man die Tabellenführung am kommenden Sonntag gegen den Tabellen-Vierten TBS Pinneberg (Sonntag, 12.04.2026, 13.00 Uhr, Sportplatz Müßentwiete).
































































