Viel Aufwand, kein Ertrag

Schiedsrichter: Filip GagelmannLinienrichter: Pascal Bär, David Gediga
Zuschauer: 1.450
Spielbericht vom 14. März 2026
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Nur eine Änderung gab es in unserer Startelf – Falk Gross kehrte nach überstandener Verletzung zurück ins Team. Ansonsten begannen dieselben zehn Spieler wie schon gegen St. Pauli und den ETSV und traten mit viel Aufwand und Leidenschaft auf.
Nach 25 Minuten küsste Lukas Krüger die bis dahin ereignislose Partie wach, Torhüter Schulze parierte. Der Startschuss in eine starke Norderstedter Phase. Leo Beras Flanke fand keinen Abnehmer und wurde zu einem brandgefährlichen Torschuss, den Schulze nur mit größter Mühe entschärfen konnte (27.), Falk Gross köpfte über das Tor (29.), Emden hatte zunächst nur eine kleinere Chance durch Winterneuzugang Mengot, die aber in den sicheren Armen von Niklas Petzsch landete. Verdientermaßen fiel das 1:0 noch vor der Pause, als Lukas Krüger Melvin Zimmer in der Mitte fand, der einen halben Schritt schneller als seine Gegenspieler war und den Ball zur Führung am Torhüter vorbeibrachte (43.).
Nach der Pause ergab sich ein ähnliches Bild. Manuel Brendel scheiterte freistehend am Torhüter der Gastgeber (46.). „Das war eine Riesenchance, da müssen wir das 2:0 machen, machen es aber nicht“, ärgerte sich Trainer Jörn Großkopf. Krüger verpasste wenig später eine Flanke um weniger Zentimeter (55.) und scheiterte mit einem strammen Schuss am Keeper (62.), der auch in der nächsten Szene gegen Jonas Behounek Sieger blieb.
„Wer ein bißchen Fußballsachverstand hat, hat gesehen, dass wir über sechzig Minuten die bessere Mannschaft waren und gehen nicht unverdient mit 1:0 in Führung. Bis zur 60. Minute hatte unser Gegner nur eine einzige Torchance“, fasste Jörn Großkopf im prall gefüllten Emder VIP-Zelt das Gesehene zusammen und erntete für die Einschätzung von allen Seiten stummes Nicken. „Jörn hat das sehr gut analysiert“, stimmte auch Emdens Trainer Stefan Emmerling zu.
Der hatte nach einer guten Stunde genug gesehen und wechselte nach 64 Minuten drei Mal auf einen Schlag. Plötzlich überschlugen sich die Ereignisse. Keine sechzig Sekunden später brachte Emanuel Adou Melvin Zimmer zu Fall – der Schiedsrichter ließ Gnade vor Recht ergehen und die von vielen erwartete Ampelkarte stecken (65.). Wie es dann im Fußball so ist… Zwei Minuten später traf David Schiller nach einem Norderstedter Fehlpass im Mittelfeld und einer Flanke von Tido Steffens zum Ausgleich (67.).
Weniger Gnade ließ der Schiedsrichter nach 77 Minuten gegen Leo Bera ergehen. Der ehemalige Rostocker wollte die schnelle Ausführung eines Einwurfes verhindern, bekam den Ball gegen die Hand geworfen – und musste mit Gelb-Rot vom Platz. Eine harte, aber regelkonforme Entscheidung, aus Norderstedter Sicht aber in Anbetracht des ausgebliebenen Platzverweises gegen Adou doppelt ärgerlich.
Dreifach ärgerlich, weil drei Minuten zuvor nach einem Freistoß Fabian Grau im Strafraum niedergerissen wurde – der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt, ließ sich dann von seinem Assistenten korrigieren, der eine Abseitsstellung gesehen hatte – wer auch immer das war, jedenfalls nicht Fabian Grau, so dass Elfmeter hier die richtige Entscheidung gewesen wäre (73.). Wie bereits nach 37 Minuten, als Zimmer im Strafraum nach unten gezogen wurde und ebenfalls einen Elfmeter hätte bekommen können, was allerdings zugegebenermaßen aus der Position des Schiedsrichters so nicht zu sehen war, dafür umso deutlicher auf den Fotos aus der Hintertor-Perspektive.
In Überzahl und mit dem Schwung des Ausgleichs wurde Emden immer stärker. David Schiller traf nach einer Flanke per Kopf zum 2:1 (83.), wenig später gab es dann nach einem Foul an Tido Steffens Elfmeter für die Kickers – der Gefoulte verwandelte sicher zum 3:1 (89.). Doch noch war nicht Feierabend: Der eingewechselte Ohene Köhl holte noch einmal einen Eckball heraus, den Jonas Behounek auf den kurzen Pfosten zog. Melvin Zimmer stahl sich davon und donnerte die Kugel aus zwei Metern unter die Latte (90.+1).
Nun wollten wir auch noch den Punkt mitnehmen, spielten offensiv nach vorne – und fingen uns noch einen Konter ein, den Tobias Steffen mit dem Schlusspfiff zum 4:2 für die Ostfriesen veredelte (90.+3).
„Wer mehr Tore schießt, hat das Spiel am Ende auch verdient gewonnen“, warf Großkopf nochmal drei Euro ins Phrasenschwein. „Für uns ist es extrem bitter. Wir haben viele Sachen gut gemacht, es hat Spaß gemacht es anzusehen. Bis zur 60. Minute. Dann sind einige Sachen passiert, die so nicht geplant waren, die man anders lösen muss.“
Nach dieser intensiven Woche geht es kommenden Sonntag weiter mit dem Heimspiel gegen die Überraschungsmannschaft der Saison vom SSV Jeddeloh (22.03.2026, 14.00 Uhr, Edmund-Plambeck-Stadion).










































































