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Last Minute-Befreiungsschlag gegen St. Paulis U23

Sonntag, 8. März 2026 · 14:00 UhrRegionalliga Nord, 25. Spieltag

Schiedsrichter: Bela BendowskiLinienrichter: Ole Andreas Schulz, Jasmin Matysiak

Zuschauer: 695

90

Spielbericht vom 8. März 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Was für ein Spiel: Mit großem Kampf und einer leidenschaftlichen Leistung holen wir beim Comeback der Gegengerade im „Stadion-Derby“ den so wichtigen Dreier gegen die U23 des FC St. Pauli.

    Danach sah es zunächst jedoch gar nicht aus. Die erste Halbzeit gehörte eher in die Kategorie „Langweiler“, beide Mannschaften versuchten den Ball laufen zu lassen, aber waren auch sehr bemüht, keine Fehler zu machen. Eintracht hatte mehr Ballbesitz, St. Pauli das, was man am ehesten als Torchancen bezeichnen konnte. Den einzigen Hochkaräter verbuchte Winter-Neuzugang Josh Görtzen, der für den verletzte Falk Gross in die Startelf kam, mit einem Kopfball an die Latte (37.). Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass im zweiten Durchgang fünf Tore und ein äußerst unterhaltsames Spiel auf die Zuschauer warteten.

    Lukas Krüger glänzte in der Vorbereitung mit allem – nur das Tor blieb irgendwie wie vernagelt. „Das hebe ich mir für die Liga auf“, übte er sich nach dem letzten Testspiel gegen die U23 von Holstein Kiel in Galgenhumor. Ein Mann, ein Wort. Nach 49 Minuten legte Melvin Zimmer für Jonas Behounek ab, der die Lücke jedoch nicht fand. Sein Schussversuch wurde vor die Füße von Krüger abgefälscht, der die Kugel mit einer Mischung aus Torriecher und Glück im Netz des FC St. Pauli unterbrachte. Ein ganz wichtiger Treffer, das Spiel war eröffnet. Aber eben auch ein Treffer, wie er in so einem Kellerduell dann wohl auch fallen muss…

    St. Pauli musste kurz durchatmen und zeigte sich dann effektiv: Nach einem Fehler im Aufbauspiel war Nikky Goguadze auf und davon und machte das, was er schon zu seinem Zeiten beim Bremer SV in Norderstedt gerne gemacht hat - er traf und glich zum 1:1 aus (61.).

    Das hätte auch in eine andere Richtung gehen können und dann wäre es schwer geworden“ gestand Trainer Jörn Großkopf nach der aufreibenden Partie. Den nur zwei Minuten später kam Max Herrmann im Norderstedter Strafraum zu Fall. Romeo Aigbekaen übernahm die Verantwortung und trat zum Strafstoß an. Doch Niklas Petzsch fuhr seine gesamte Körperlänge aus, parierte den Strafstoß genau so wie den folgenden Nachschuss von Rijad Smajic (65.). Riesentat unserer „Berliner Mauer“ zwischen den Pfosten, der damit verhinderte, dass das Spiel einen Verlauf nahm, wie es in der ersten Saisonhälfte einfach zu oft der Fall war.

    Trotzdem kamen die Gäste nun besser in die Partie, unsere Jungs zogen sich etwas zurück und warteten auf ihre Konterchancen. Doch dann flankte Lukas Krüger einfach mal von der rechten Seite in den Strafraum, der bärenstarke Melvin Zimmer setzte sich gegen Muhammad Dahaba durch und brachte den Ball irgendwie über die Linie (73.).

    Zwei Minute später feierte Eigengewächs Lucas Schulze aus unserer U23 sein Regionalliga-Debüt, der das Kunststück fertigbrachte, nach nur 21 Sekunden noch vor seinem ersten Ballkontakt die gelbe Karte für ein Foul an Adem Podrimaj zu sehen… muss man auch erstmal hinbekommen.

    Das Spiel verlief weiter ein bisschen wellenartig. Wieder zog man sich zurück, wollte auf Nummer sicher gehen. Doch wieder konnte St. Pauli zurückschlagen. Rijad Smajic fand mit einem Pass in die Tiefe Isma Baraze Adam, der den Ball aus kurzer Distanz an Niklas Petzsch vorbei ins Tor schob (84.).

    Der zweite Nackenschlag im zweiten Durchgang. Doch erneut, und das ist der Unterschied zum bisherigen Saisonverlauf, ließ sich unsere Mannschaft davon nicht herunterziehen. Keine sechzig Sekunden später sprang Rijad Smajic der Ball im eigenen Strafraum an die Hand – die Pfeife des Schiedsrichters blieb jedoch stumm. Erneut nur 120 Sekunden später flog nach einer Eckball-Serie ein Behounek-Standard in die Mitte, wo Manuel Brendel zum Kopfball kam – Latte (87.)! Norderstedt drückte plötzlich wieder, wollte unbedingt den Siegtreffer erzielen.

    Nachdem die Nachspielzeit angebrochen war, fiel der erlösende Siegtreffer dann doch noch. Yevhenii Obushyni hatte unerwartet viel Platz. „Ich dachte, dass jemand hinter mir ist. Aber da war keiner“, freute sich „Jack“ nach der Partie. Und so verzögerte er kurz, spielte einen Doppelpass mit Manuel Brendel und traf mit einem strammen Schuss zum umjubelten 3:2-Endstand (90.+2).

    Das war für uns heute ein Sieg der Überzeugung und des Willens. Wir haben seit dem Trainingsstart täglich gesagt und gepredigt, dass wir auch nach Rückschlägen immer wieder aufstehen müssen. Das haben wir heute gemacht, das hat mir gefallen“, hob unser Trainer die Hauptgründe für den Sieg hervor. „Wir sind auf einem guten Weg und das heute war ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.“

    Damit sind wir auch so ein wenig der Gewinner des Spieltages der Regionalliga Nord, da die Mannschaften um uns herum maximal einen Punkt holten und wir so den Vorsprung auf Altona, St. Pauli und Lohne etwas vergrößern und auf den FSV Schöningen und HSC Hannover verringern konnten.

    Eine starke Antwort unserer Mannschaft auf die Auftaktniederlage gegen die SV Drochtersen/Assel am vergangenen Wochenende. Daran wollen wir am Mittwoch beim ETSV Hamburg im Pokal (11.03.2026, 19.30 Uhr) und am Samstag bei Kickers Emden (14.03.2026, 16.00 Uhr) anknüpfen.

    Fotos: Alexander Koltermann

    Die Videos zum Spiel