Zum Hauptinhalt springen

Drochtersen untermauert Kurs auf 3. Liga

Freitag, 27. Februar 2026 · 19:30 UhrRegionalliga Nord, 24. Spieltag

Schiedsrichter: Jost SteenkenLinienrichter: Jan Kruse, Fynn Osseforth

90

Spielbericht vom 28. Februar 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Wir haben hart daran gearbeitet, die Lizenz für die 3. Liga zu beantragen, gestern haben wir es bestätigt bekommen“, freute sich SV D/A-Boss Rigo Gooßen auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Das verpasste seine Mannschaft noch einmal Extra-Motivation, die beweisen wollte, dass sie auch sportlich in den Profi-Fußball gehört und mit großer Wucht auf unsere Mannschaft zukam.

    Die Mannschaft von Jörn Großkopf und Fabian Boll hielt jedoch zunächst sehr gut dagegen, nahm die Gegebenheiten an und lieferte sich einen intensiven Fight mit den Kehdingern, die die erste große Möglichkeit durch Innenverteidiger Tjorve Mohr hatten, der eine Flanke von Liam Giwah unter die Latte köpfen wollte – Niklas Petzsch, der das Rennen um die Nummer 1 zunächst gewonnen hat, reagierte glänzend und lenkte den Ball über die Latte (18.). Auf der Gegenseite wurde Ezra Ampofo steil geschickt, der auf Lukas Krüger zurücklegte. Dessen Schuss strich knapp am langen Pfosten vorbei – das hätte die Führung sein müssen (21.).

    Stattdessen gingen die Gastgeber nach einem Eckball, der mit dem Kopf verlängert wurde, in Führung. Matti Steinmann stand am langen Pfosten und nickte aus gefühlten zehn Zentimetern ein (26.). Unsere Jungs ließen sich davon jedoch nicht aus dem Konzept bringen und zogen ihr Spiel weiter durch. Nach einem Foul gegen Melvin Zimmer an der Strafraumgrenze brachte Kapitän Jonas Behounek den folgenden Freistoß in die Mitte, Drochtersen bekam den Ball nur vor die Füße von Malik Yago geklärt, der einfach draufhielt – der Ausgleich (33.).

    Kurz vor der Halbzeit konnte sich Niklas Petzsch noch einmal auszeichnen (44.), der folgende Eckball wurde kurz vor der Linie geklärt (45.), ehe der Schiedsrichter die Mannschaften zum Pausentee bat. Und auch wenn Drochtersen bessere Tormöglichkeiten hatte, zeigten sich auch die Zuschauer der Gastgeber zu diesem Zeitpunkt beeindruckt von der beherzten Leistung unserer Mannschaft.

    Wir wussten um die Gefahr, die Drochtersen gerade bei Ecken und Flanken ausübt. Drochtersen arbeitet fast nur mit langen Bällen, das ist nicht immer einfach zu verteidigen. Das haben wir im ersten Durchgang sehr ordentlich gemacht“, befand Jörn Großkopf und bekam auch die Zustimmung von D/A-Boss Gooßen, dass „Norderstedt das im ersten Durchgang sehr gut gemacht hat.“

    Macht einfach weiter so“, gab Torwart-Trainer Johannes Höcker seiner Mannschaft für den zweiten Durchgang mit auf den Weg. Doch viel von dem, was im ersten Durchgang gut lief, war in der zweiten Hälfte nicht mehr zu sehen. Zumal Drochtersen noch ein paar weitere Bricketts in den Kessel schmiss und den Druck weiter erhöhte. Es war abzusehen, dass man diese Wucht nicht auf Dauer verteidigt bekommt.

    In den zwanzig Minuten nach der Pause haben wir die Kompaktheit verloren, haben nicht gutgestanden und keine zweiten Bälle gewonnen. Dann kommt so ein Ergebnis zustande“, bemängelte Großkopf. Für die erneute Führung musste jedoch ein Elfmeter herhalten. Nachdem Liam Giwah im Strafraum zu Fall gebracht wurde, ließ Haris Hyseni Niklas Petzsch keine Chance und verwandelte sicher (56.).

    Wenige Augenblicke später sah Malik Yago, der im zweiten Durchgang mit Turban auflief, die fünfte gelbe Karte, wird also gegen den FC St. Pauli fehlen. Den folgenden Freistoß brachte Jannes Elfers auf den langen Pfosten, wo der Ball noch einmal quergelegt wurde. Liam Giwah sprang in den Ball und köpft wuchtig zum 3:1 ein (58.).

    Ezra Ampofo verpasste die Chance, uns noch einmal heran kommen zu lassen – sein Schuss ging knapp am Tor vorbei (62.). Mit frischem Schwung für die Offensive wollte unser Trainerteam in die Schlussphase gehen, brachte Manuel Brendel, Ohene Köhl und Josh Görtzen für Falk Gross, Ezra Ampofo und Melvin Zimmer – wobei Gross sich an den hinteren Oberschenkel fassend vom Platz humpelte, hoffentlich ist es nichts Schlimmeres. Gute Besserung, Falk!

    Viel ausrichten konnten wir jedoch offensiv auch mit neuem Personal nicht, dafür ist Drochtersen dann eben auch eine zu physisch starke und abgezockte Mannschaft, dass sie sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lässt und ihr Spiel konsequent zu Ende spielt. Nach einer Flanke von der linken Seite wurde der Ball zurückgelegt, Tjorve Mohr traf mit einem verdeckten Schuss zum 4:1 (78.).

    Schlimmeres verhinderte zunächst Niklas Petzsch, der im direkten Duell gegen den alleine auf ihm zulaufenden Jannes Wulff Sieger blieb (82.). Nicht verhindern konnte er jedoch den Schlusspunkt durch den gerade eingewechselten Sebastian Haut nach einem blitzsauber vorgetragenen Konter (87.).

    Trotz des deutlichen Rückstandes gab unsere Mannschaft nicht auf, versuchte weiter nach vorne zu spielen, verpasste es jedoch durch Lukas Krüger (82.) und Manuel Brendel (90.+1), das Ergebnis etwas freundlicher zu gestalten. Aber auch das kennt man natürlich aus Drochtersen: Viele Tormöglichkeiten bekommt man nicht, wenn man dort etwas holen möchte, muss man vor dem Tor konsequent sein.

    Unabhängig vom Ergebnis haben wir ein sehr intensives Spiel gesehen. Durch die schwierige Vorbereitung wusste man natürlich vorher nicht genau, wo man steht“, atmete Großkopf erst einmal tief durch. „Wir werden jetzt zwei Tage Wunden lecken, werden eine anständige Trainingswoche hinlegen und dann nächste Woche gegen St. Pauli II ein anderes Gesicht zeigen“, ist er sich jedoch sicher.