Regionalliga-Reform vor dem Abschluss

Eintracht spricht sich für Kompass-Modell aus
Artikel vom 27. März 2026
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Seit Jahren heißt es völlig zurecht: Meister müssen aufsteigen!
Das war bislang in der Regionalliga nur teilweise der Fall, da der Sprung von fünf Regionalligen auf eine 3. Liga nicht die Möglichkeit hergab, alle fünf Regionalliga-Meister aufsteigen zu lassen. Gesetzt waren nur die beiden Meister aus den Regionalligen Südwest und West, die drei Regionalligen Nordost, Bayern und Nord mussten sich zuletzt um zwei weitere Aufstiegsplätze streiten. Darüber, dass das kein Dauerzustand sein kann, sind sich seit langem alle einig, das große Problem war bislang nur die Frage, wie man dieses Problem löst.
Die hierfür extra gegründete Arbeitsgruppe „Regionalliga-Reform“ hat sich darauf festgelegt, dass es in Zukunft nur noch vier Regionalligen gibt. Hierfür hat man zwei Vorschläge erarbeitet, wie die Aufteilung in Zukunft aussehen soll, die nun den zuständigen DFB-Gremien zur Entscheidung vorgelegt werden.
Die beiden Modelle mit den Arbeitstiteln „Kompass-Modell“ und „Regionen-Modell“ könnten aber nicht unterschiedlicher sein und zeigen relativ deutlich auf, warum es in den letzten Jahren nie zu einer Einigung kam, da die eigenen Interessen häufig gegenüber dem großen Ganzen überwiegen.
Das Kompass-Modell sieht vor, dass es keine feste Zuordnung zu einzelnen Regionalliga-Staffeln mehr gibt, sondern die Staffeln in jedem Jahr neu bewertet werden – nach dem „Kompass-Prinzip“, in dem es darum geht, zum einen zwar Derbys zu erhalten, zum anderen aber auch, die Distanzen nicht zu weit werden zu lassen, so dass sich die Nordstaffel zum Beispiel aus dem bisherigen Gebiet der Nord, aber auch aus Mannschaften aus Mecklenburg-Vorpommern oder Ostwestfalen zusammensetzen kann.
Im Gegensatz dazu steht das Regionen-Modell, in dem die Regionalligen Südwest und West so bleiben wie sie sind, stattdessen die Regionalliga Nordost aufgelöst und den Staffeln Nord und Bayern/Süd zugeordnet werden, so dass die Lösung des Problems in erster Linie der Regionalliga Nordost, die die zuschauerstärkste Liga im Regionalliga-Verbund ist, aufgebürdet wird. In diesem Fall würden die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Berlin zur Regionalliga Nord stoßen, Sachsen und Thüringen der Südstaffel mit Bayern zugeordnet werden.
Die Initiative „Aufstiegsreform 2025“, die mittlerweile von 70 Vereinen bundesweit getragen wird, unterstützt geschlossen das innovative Kompass-Modell. Dieses fand innerhalb der Arbeitsgruppe bereits eine Mehrheit und erfordert im Gegensatz zum Regionen-Modell von allen fünf bestehenden Regionalligen Veränderungsbereitschaft.
„Ein solcher Eingriff wäre strukturell rückwärtsgewandt, sportlich fragwürdig und gesellschaftlich wie politisch kaum vermittelbar – weil er mit dem Fußball-Osten erneut eine Region hart treffen würde, die bereits heute besonders unter den bestehenden Rahmenbedingungen leidet“, positionierte sich bereits unser kommender Gegner, der SV Meppen, deutlich.
Dem stimmt Eintracht Norderstedt-Geschäftsführer Finn Spitzer zu. „Aus unserer Sicht wäre eine Aufstockung der 3. Liga die beste Option gewesen, was aber leider keine Mehrheit gefunden hat. Von den beiden vorliegenden Optionen präferieren wir ganz klar das Kompass-Modell. Wenn eine Veränderung auf Regionalliga-Ebene erfolgt, müssen im Sinne der sportlichen Fairness alle Seiten ihren Teil dazu beitragen, nicht nur einige. In Schleswig-Holstein wird das Kompass-Modell bereits gelebt, die Resonanz der Vereine ist sehr positiv.“
Nun liegt es an den DFB-Gremien, ohne Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten die richtige Lösung für den Fußball zu finden. Sollte es in Kürze zu einer Entscheidung kommen, würde die Saison 2027/2028 als Qualifikationsphase stattfinden, die Saison 2028/2029 erstmals in dem neuen vier Säulen-Konstrukt.
