Pokal-Krimi an der Hoheluft

Pokal-Krimi an der Hoheluft

U19 Regionalliga 30.05.2024

Der Applaus der 971 Zuschauer an der Hoheluft galt unserer U19 – am Ende waren sie jedoch nur der Pokalsieger der Herzen.

Denn der Regionalligist lieferte dem Bundesligisten vom Hamburger SV im Finale des LOTTO-Pokals ein Duell auf Augenhöhe, ein Klassenunterschied war nicht zu erkennen. Am Ende setzten sich die Rothöschen aber vor den Augen von Neu-HSV-Chef Stefan Kuntz und nicht-mehr-U21-Trainer Pit Reimers etwas glücklich mit 2:1 durch.

An einem anderen Tag gewinnen wir das Ding“, trauerte Co-Trainer Spyridon Pantoulas den zahlreichen vergebenen Großchancen hinterher, fügte jedoch ebenfalls hinzu: „An einem ganz anderen Tag wird es deutlicher.“ Denn auch die Hamburger hatten zahlreiche gute Tormöglichkeiten, scheiterten aber immer wieder an Hexenmeister Joris Mohr, der immer wieder Endstadion der Hamburger Offensivbemühungen war.

Ohne Jack James, der sich einem kleinen medizinischen Eingriff unterziehen musste, aber auch ohne jegliche Scheu bot unsere Mannschaft dem HSV eine abwechslungsreiche Anfangsphase. Das erste Raunen ging durchs Publikum, als Torhüter Simon Heinbockel, der in der kommenden Saison für die SV Drochtersen/Assel das Tor hüten wird, einen langen Ball auf Leon Zschätzsch mit Risiko weit vor seinem Strafraum klären musste (4.). Eintracht-Keeper Joris Mohr konnte sich gegen Davis Rath (6.) und Otto Stange (11.) auszeichnen.

Und plötzlich schockte Eintracht den Favoriten. Ein langer Ball aus dem Mittelfeld von Robie Seibt fand David Bento, der allein vor Heinbockel auftauchte und die Kugel am Torhüter vorbei ins Netz legte (13.). Doch der HSV brauchte nicht lange für die Antwort. Ein Eckball fand Kapitän Joel Agyekum, der aus kurzer Distanz zum Ausgleich einköpfte (16.).

Nun kam der HSV in Fahrt und rollte immer wieder gefährlich aufs Eintracht-Tor zu. Jamal Nabe prüfte einmal mehr erfolglos Joris Mohr (18.), der folgende Eckball landete im Rückraum, wo ihn Almin Sulvejic in Richtung UKE jagte (19,).

Kurz vor der Pause nahm die Partie noch einmal so richtig Fahrt auf. Einen Fehlpass von Joris Mohr konnte der überraschte Otto Stange nicht in Verwertbares ummünzen (38.), dann musste Stange nach einem Schubser gegen Tyler Körting für fünf Minuten vom Platz – im Jugend-Pokalwettbewerb gibt es in Hamburg tatsächlich aktuell wieder Strafzeiten.

Das war das Signal für eine furiose Schlussphase unserer Youngster. Nach einer sehenswerten Einzelaktion des nur schwer zu stoppenden Leon Zschätzsch bediente dieser Florian Meier auf dem linken Flügel. Der passte scharf in die Mitte, wo Laurens Inkuletz den Ball hauchzart am Pfosten vorbei setzte. Die voll besetzte Tribüne jubelte bereits, doch es war die Außenseite, die das Tornetz zum Wackeln brachte (41.). Sechzig Sekunde später flankte erneut Zschätzsch, der sichtbar Spaß an seiner offensiveren Rolle hat, in die Mitte, wo Meier in die Arme von Torhüter Heinbockel köpfte (42.). Der dritte Streich: David Bento tanzte zwei Hamburger auf der Torauslinie aus und schlenzte den Ball von dort an die Latte (43.) – was für eine Schlussphase!

Mit dem Pausenpfiff hätte Otto Stange die Hamburger wieder in Führung bringen können, bedrängt von Torben Hellwig zielte er jedoch knapp zu hoch (45.). Und so blieb es für den Bundesligisten, der zwar mehr vom Spiel, allerdings deutlich weniger klare Torchancen hatte, beim schmeichelhaften 1:1.

In der Pause werden vermutlich Worte gefallen sein wie „hier ist heute was drin“, denn mit viel Schwung ging es in den zweiten Durchgang, wo Meier zunächst Heinbockel prüfte (50.). Beim Bundesligisten spielte sich in der zweiten Hälfte der physisch starke und schnelle Fabio Balde in den Mittelpunkt, der kaum zu stoppen war – außer natürlich von Torhüter Joris Mohr (53.). Es war Spannung in der Partie, doch die Torchancen ließen auf sich warten. Ein HSV-Freistoß segelte durch den Strafraum, fand allerdings keinen Abnehmer (68.), eine weitere Zschätzsch-Hereingabe war fünf Zentimeter zu hoch für Inkuletz (69.).

Und dann brannte es lichterloh. Der eingewechselte Alex de Graca Marques ging allein auf Torhüter Mohr zu und umspielte diesen. Blitzschnell war der Tor-Riese wieder oben und wurde noch einmal von Marques ausgespielt, der nur noch das Tor vor sich hatte – und Emmanuel Adossi, der irgendwie noch sein Bein dran bekam (72.). Danach ließ Balde Gregory Wittek, der ein riesiges Pensum abgeliefert hatte, stehen, fand aber erneut in Joris Mohr seinen Meister (76.), ehe es dann doch klingelte.

Jamal Nabe setzte sich gegen Florian Meier durch und spielte flach vors Tor, wo der eingewechselte Omar Megeed den Ball nur noch über die Linie schieben musste (81.). Doch ließ sich unsere Mannschaft davon schocken? Nein! Ärgerlich war nur, dass Laurens Inkuletz, mit zwanzig Toren zweitbester Stürmer der Regionalliga, heute das Pech an den Füßen klebte. Zunächst blieb Simon Heinbockel Sieger (83.), dann legte Eris Ibrahimi den Ball für Inkuletz quer, der aus fünf Metern den Ball deutlich übers Tor schoss (87.). Das hätte der Ausgleich sein müssen! Denn der HSV wirkte in dieser Phase keinesfalls souverän, sondern versprühte eine gewisse Nervosität. Doch zählbares kam am Ende nicht mehr dabei raus, so dass der Hamburger SV sich nun glücklich, aber nicht unverdient, LOTTO-Pokal-Sieger 2024 nennen darf. Herzlichen Glückwunsch.

Ein ganz großes Kompliment jedoch an Andreas Prohn, sein Trainerteam und ihre Mannschaft, die ein hervorragendes Spiel mit hoher Einsatzbereitschaft und Leidenschaft ablieferte, sich nicht den Schneid abkaufen ließ, sondern auf Augenhöhe agierte und den Favoriten am Rande der Niederlage hatte. Mit ein bisschen mehr Spielglück vor dem Tor war die Überraschung zum Greifen nah. Leider hat es nicht gereicht, wir sind als Verein aber trotzdem stolz auf diese tolle Leistung!

FC Eintracht Norderstedt

1 : 2

Hamburger SV

Mittwoch, 29. Mai 2024 · 19:00 Uhr

LOTTO-Pokal | Finale

Schiedsrichter: Mark Nikas Späth Assistenten: Timo Rehder, Jakob Valentin Geiger Zuschauer: 971

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